Windkraft rückt erneut in den Fokus

+

Halver - Das Thema Windkraft in Halver dürfte im Jahr 2017 erneut auf die politische Tagesordnung rücken. Nach mehr als einjähriger Sendepause drängen mehrere Fraktionen darauf, Rechtssicherheit für die Stadt Halver wie auch mögliche Betreiber herzustellen.

Unverändert stellt sich die derzeitige Situation beim einzigen konkreten Projekt in Engstfeld dar, wo die SL-Windenergie eine 186 Meter hohe Anlage bauen will. Der Bereich Engstfeld ist zurzeit einzige Halveraner Vorrangfläche für Windkraft. Zu offenen Fragen in Sachen Artenschutz seien weitere Unterlagen beigebracht worden, die jetzt durch die Untere Landschaftsschutzbehörde geprüft würden, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, der letztlich Genehmigungsbehörde ist. Einen Zeitrahmen habe die Landschaftsschutzbehörde nicht nennen können, auch keine weiteren Details aus der laufenden Prüfung, sagte Klein mit Blick auf das schwebende Verfahren.

In der letzten Ratssitzung in Halver tauchte das Thema unter dem Punkt Anfragen erneut auf. Für die Grünen erkundigte sich Fraktionschef Karl-Friedrich Osenberg nach dem weiteren raum- und standortplanerischen Umgang mit der Thematik Windenergieanlagen. Vor allem im Hinblick auf die hierzu vor einem Jahr geführten intensiven Diskussionen, wie es sich auch in der Niederschrift zur Sitzung findet. Auch Paul-Adolf Turck (UWG) forderte, dass das Thema wieder auf die Agenda kommen müsse.

Dies hätte eigentlich schon längst passieren müssen, findet dagegen CDU-Fraktionschefin Martina Hesse. Die Beschlusslage des Rates sei eindeutig. Bereits im September 2015 sei die Vorprüfung auf die Tauglichkeit für Windkraftanlagen für das gesamte Halveraner Stadtgbiet beschlossen worden. Sie könne sich nicht erinnern, dass dieses Verfahren erst im Anschluss an die laufende Prüfung für den Bereich Engstfeld eingeleitet werden sollte, wie Bürgemeister Michael Brosch in der Sitzung erklärt hatte. Eine zügige Umsetzung des Ratsbeschlusses sehe sie daher nicht, sagte die Fraktionsvorsitzende im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger.

Handlungsbedarf in Sachen Windkraft-Planung dürfte aus verschiedenen Gründen bestehen. Informationen des AA zufolge ist die SL-Windenergie nicht der einzige Interessent, der in Halver gerne eine oder mehrere Anlagen errichten möchte. Ohne hinreichende Vorrangflächen aber können potenzielle Betreiber den Bau als privilegiertes Verfahren betreiben, auf das die Stadt überhaupt keinen Einfluss mehr hat.

Zudem geht es um massive wirtschaftliche Interessen der Betreiber, die bei Nichtgenehmigung den Klageweg beschreiten können. So will SL Windenergie im Märkischen Kreis auch auf dem Altenaer Kohlberg eine Anlage errichten. Das Altenaer Kreisblatt berichtet über massiven Druck des Investors auf den Märkischen Kreis beim letzten Gesprächstermin. Beteiligt gewesen sei auch eine eigens eingerichtete Task Force des Landesumweltministeriums. Die Task-Force habe allerdings keinen Einfluss auf die Entscheidung, die allein bei der Kreisverwaltung liege, betont Hendrik Klein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.