Windkraft: Bürgerversammlung in Halverscheid

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Jörg Enneper, Andreas Gerrath, Jürgen Sikora und Sascha Gerhardt debattierten mit den Halverscheidern über die Ausweisung von Vorrangzonen für Windkraftanlagen.

Halverscheid - Windräder ja oder nein? Diese Frage spaltet derzeit die Halveraner. Die Vorrangzone in Engstfeld erhitzt die Gemüter. Die Halverscheider beziehen nun ganz klar Position.

Sie sprachen sich im Rahmen einer Bürgerversammlung gegen die Änderung des Flächennutzungsplans aus, wie Anwohnerin Renate Sikora berichtet.

Bereits am Freitag kamen die Halverscheider sowie die beiden FDP-Politiker Andreas Gerrath und Sascha Gerhardt zusammen, um nochmals ihren Standpunkt zur Errichtung von zwei geplanten Windrädern in unmittelbarer Dorfnähe zu erörtern. „Die dadurch zu erwartenden Beeinträchtigungen halten wir nicht für zumutbar“, erklärt Sikora.

Alle Anwesenden seien sich einig, dass der Flächennutzungsplan der Stadt Halver in seiner 17. Änderung wie er jetzt beschlossen werden sollte, fatale Folgen für die Stadt, Bürger, Natur und Umwelt hätte, da dem Wildwuchs von Windrädern durch Investoren so Tür und Tor geöffnet werde. „Dazu muss man wissen, dass es sich dabei nicht mehr um Windkraftanlagen mit einer Höhe von 100 Metern, wie bisher geplant handelt, sondern um Anlagen ab 150 Meter“, so Sikora.

Die Stadt wäre bei der Planung völlig außen vor, da die Genehmigung ausschließlich durch den Märkischen Kreis erfolgen würde. Das könne und dürfe bei so einem wichtigen und zukunftsträchtigen Thema nicht der Fall sein, zumal die Stadt bei ihrer Entscheidung nicht unter Zugzwang stehe. Die befürchteten Schadenersatzforderungen vermeintlicher Investoren könnten erst gestellt werden, wenn auch tatsächlich Schaden entstanden sei. „Wo ist das der Fall?“, fragten die anwohner.

„Die Folgen, wie etwa die zu erwartende markante Veränderung des Landschaftsbildes von Halver oder den immer mehr in den Hintergrund tretenden Artenschutz, haben wir alle zu tragen“, betonte Sikora. Die extrem verringerten Abstandsflächen zur Wohnbebauungen und dem damit einhergehenden gesundheitsschädigenden Infraschall seien weiterhin brisante Themen, denen Rechnung getragen werden müsse.

Unterstützung erhalten die Halverscheider laut Sikora auch von den Bürgern aus Engstfeld. Derzeit werden Kontakte zu anderen Betroffenen sowie den Nachbargemeinden geknüpft.

„Energiewende ja, aber nicht zu so einem hohen Preis. Die Halverscheider sind sicher, dass es auch akzeptable Kompromisslösungen gibt und appellieren dringend an Ausschuss und Rat, dieses Thema nochmals eingehend zu diskutieren und die Änderung des Flächennutzungsplanes in der Form nicht zu beschließen“, betont Sikora. Noch habe die Stadt die Fäden in der Hand und das solle im Sinne der Bürger auch so bleiben. „Transparenz und Dialog wie in Hagen sind ein gutes Beispiel“, so Sikora.

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