Oberbrügge protestiert

In Oberbrügge keimt Ärger über die bevorstehende Schließung des Aldi-Marktes.

Oberbrügge  „Oberbrügge protestiert“ so lautet die Überschrift einer Unterschriftenliste, die vom kommenden Sonntag, dem Tag des Neujahrsempfangs in der evangelischen Kirche Oberbrügge, die Runde machen wird. Dabei geht es um die bevorstehende Aldi-Schließung. Sie war Hauptthema beim ersten Treffen von IGO, der Initiative Gemeinde Oberbrügge. Mehr als 20 Oberbrügger kamen dazu im evangelischen Gemeindehaus am Glockenweg zusammen.

„Aldi war nicht nur Einkaufsmöglichkeit, sondern für viele Menschen auch ein wichtiger Begegnungsort“, sagte Dagmar Rüdiger. Wenn Aldi schließt, gibt es nur noch Noelle in Oberbrügge und den Bioladen Wolf in Ehringhausen. 1995, daran erinnerte Mirella Schönnenberg, schloss der ortsansässige Lebensmittelladen Stammer wegen der Eröffnung des Discountriesen. Nun zieht der sich aus Oberbrügge zurück.

Überlegung zum Boykott

„Das darf so ein Konzern sich nicht erlauben“, zeigte sie sich überzeugt. „Wir sollen auf andere Filialen ausweichen“, fügte sie hinzu. „Konsequent wäre es, nicht mehr bei Aldi einzukaufen“, sagte ein Gesprächsteilnehmer. „Das ist Kapitalismus pur. Der folgt nicht mehr sozialen Aspekten. So verhalten sich Monopolisten.“

Flagge zeigen und sagen, dass man dieses Verhalten nicht in Ordnung findet, das sollten die Oberbrügger tun. Darin war sich der Kreis einig. Pfarrer Thomas Wienand schlug eine Unterschriftenaktion vor. „Oberbrügge protestiert“ soll bald in der Sparkasse, bei Noelle, im Bioladen Wolf und bei Dr. Rüdiger ausliegen. Die Liste, so schlug Wienand vor, könnte dem Konzern, dem Eigentümer der Immobilie sowie Bürgermeister Michael Brosch vorgelegt werden.

Unterschriftenliste vorbereitet

Die Teilnehmer bei IGO wünschen sich die Solidarität des Bürgermeisters und selbstverständlich auch die der Oberbrügger Mitglieder des Stadtrates. An der Unterschriftenaktion dürfen sich selbstverständlich nicht nur „Nachbarn“ beteiligen. Es besteht auch die Möglichkeit, „per Mausklick“ im Internet Solidarität zu zeigen. Unter oberbruegge@ahelle.de kann man ebenfalls teilnehmen Die Internetadresse wurde allerdings ausschließlich für die Unterschriftenaktion eingerichtet.

Viele Pendler kaufen ebenfalls bei Aldi ein. „IGO“ möchte übrigens auch die Vereine und Initiativen mit „ins Boot“ holen. Angedacht ist ein runder Tisch. Henning Wolf und sein Team werden auf die Aldi-Schließung reagieren und ab Februar einen Lieferservice anbieten.

Das nächste IGO Treffen ist für den 19. Februar geplant. Vorgesehen ist entweder ein Besuch der Lüdenscheider Altstadtbühne oder ein Quizabend, gestaltet von Klaus Fastenrath. Im März steht voraussichtlich ein Spieleabend auf dem Programm. Jede Frau hat schickes, richtig tolles Outfit im Schrank, das sie nicht mehr trägt. Am 4. Juni konnte diese Kleidung im „Cafe Schick“ die Besitzerin wechseln. Dann, so überlegen die Initiatoren, könnte parallel ein „Schlipsbindekurs“ angeboten werden. Ein bunter Gemeindeabend mit Sketchen ist für September angedacht.

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