„Wider das Vergessen“

Auch im Hohenzollernpark wurde nach der Feierstunde in der Linenhofschule ein Kranz niedergelegt. - Foto Hoppe

Halver - „Die Vergangenheit muss reden, und wir müssen zuhören. Vorher werden wir und sie keine Ruhe finden“, mit diesen Worten von Erich Kästner begrüßte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker die Gäste im Forum der Lindenhofschule zur zentralen Feierstunde anlässlich des Volkstrauertages.

Zuvor hatte Eicker am Ehrendenkmal auf der Susannenhöhe vor etwa 40 anwesenden Mitgliedern der Feuerwehr und der Reservistenkameradschaft Halver Kränze niedergelegt. Dort erinnerte er an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie an den Mauerfall.

Auch in Schulten-Hedfeld trotzen rund zwei Dutzend Feuerwehrmänner sowie einige Anwohner am Denkmal dem Regen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Regina Reininghaus verwies auf die besondere Bedeutung des Jahres 2014 als Gedenkjahr - vor 100 Jahren begann der erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der zweite, vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer - und mahnte an, auch jene nicht zu vergessen, die noch heute in Krisenregionen unter Krieg, Gewalt und Verfolgung leiden.

Sie betonte die wichtige Rolle des Bundes der Kriegsgräberfürsorge, um auf persönliche Schicksale von Kriegsopfern aufmerksam zu machen und so wider das Vergessen zu arbeiten. Denn, so Reininghaus, den Mauerfall haben zwar noch viele der heute lebenden Menschen erlebt, Zeitzeugen der Weltkriege werden hingegen immer seltener. Dadurch werde es immer schwieriger, die Erinnerung aufrecht zu erhalten.

Daher mahnte sie auch bei der zentralen Feierstunde in der Lindenhofschule an, dass gerade die Jugend in das Erinnern miteinbezogen werden müsse. Das betonte auch Dr. Bernd Eicker noch einmal, den es daher besonders freute, dass erneut Jugendliche der Musikschule Volmetal sowie Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums die Veranstaltung mitgestalteten. Die Schüler hatten verschiedene Auszüge aus dem Tagebuch der Anne Frank vorbereitet, die vorgetragen wurden. Ein Flöten- sowie ein Klavierstück der Musikschüler rundeten die Feierstunde ab.

Während dieser erinnerte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker an all jene, die unter Krieg, Gewalt, Verfolgung und Verschleppung zu leiden hatten und noch heute leiden. Dazu zitierte er nicht nur Erich Kästners Gedicht „Verdun, viele Jahre später“, sondern auch aus den Tagebüchern des Halveraner Pfarrers Dr. Ewald Dresbach. Dresbach berichtete darin nicht nur von den hungernden Familien in Halver während des Ersten Weltkrieges, sondern notierte auch stets die Namen der gefallenen oder vermissten Halveraner. Einen Auszug aus dieser Liste mit Namen aus bekannten heimischen Familien verlas auch Bernd Eicker gestern.

Nach dem gemeinsamen Marsch zum Denkmal im Hohenzollernpark sprach dort die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Ebbinghaus einige Gedenkworte, gefolgt von einer Schweigeminute zu Trompetenklängen.J svh/kabe/lak

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