Halver Westen ohne Strom

Eine Stunde Blackout - mit Folgen

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10 000 Volt liegen in der Grube. Ein Kabel sorgte für einen Stromausfall im westlichen Stadtgebiet.

Halver - Am Montagnachmittag sorgte ein defektes 10 KV-Kabel in der Humboldtstraße für einen Stromausfall im westlichen Stadtgebiet von Halver. Auf den Stromausfall folgen jetzt weitere Probleme.

Um 16.41 Uhr fielen am Montag 17 Ortsnetzstationen im Stadtgebiet aus. Wie Andreas Köster, Pressesprecher des Stromversorgers Enervie, mitteilt, handelte es sich um einen „mittelgroßen Ausfall“. 

Betroffen waren die Stationen an folgenden Standorten: 

Elberfelder Straße, Sternbergerstraße, Tauberstraße, Bächterhof, Goethestraße, Kampstraße, Weststraße, Mühlengrund, Niederbolsenbach, Hagedorn und Hefendehl 

sowie zwei Firmen und zwei Schulen: das Anne-Frank-Gymnasium und die Realschule beziehungsweise Humboldtschule.

Defektes Kabel

Laut Köster wies in der Humboldtstraße ein 10-Kilovolt-Kabel einen Defekt auf. Was genau die Ursache für den defekt ist, wurde erst beim Öffnen der Grube klar. „Verschiedene Ursachen kommen infrage.“ Aufgrund eines Ringnetzes war es den Mitarbeitern von Enervie möglich, die Stationen an andere Stromkreisläufe anzuschließen. 

Die ersten Ortsnetzstationen konnten am frühen Montagabend um 17.24 Uhr wieder mit Strom versorgt werden – der Großteil war um 17.40 Uhr wieder am Netz. Lediglich die Bürger, die durch die Stationen am Niederbolsenbach, Hagedorn und Hefendehl versorgt werden, mussten sich bis abends, 19.11 Uhr, gedulden. 

Autos kommen durch: Die erste Befürchtung hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Die Arbeiten am Stromkabel behindern den Verkehr nicht.

Das defekte Kabel soll jetzt schnellstmöglich ausgetauscht werden, wie Andreas Köster betont. „Die Kunden werden nicht mitbekommen, wenn der Stromkreislauf wieder getauscht wird.“ Wer jedoch etwas von dem Austausch mitbekommen wird, sind die Schüler und Lehrer der Humboldt- und Realschule. Das Mittelspannungskabel liegt nach Angaben von Marcel Pohl von Dienstagmorgen, mitten in der Humboldtstraße. 

„Wir müssen die Straße komplett sperren“, sagt der Geschäftsführer des Straßen- und Tiefbauunternehmens Dohrmann. „Es ist noch nicht absehbar, wie lange die Sperrung dauert.“ Das löste Fassungslosigkeit an der Humboldtschule aus. 

Entwarnung am Dienstagmittag

Doch am Dienstagmittag gab es zu Beginn der Arbeiten Entwarnung: Das Kabel verläuft weiter am Rand als zunächst befürchtet. Eine Vollsperrung ist nicht notwendig. Einen Plan B hatte die Schulleitung der Humboldt- und Realschule bereits entworfen. Denn „die Sperrung hätte zu Problemen führen können“, wie Reiner Klausing, Schulleiter der Humboldtschule, sagt. 

Anlieferungen für die Mensa sowie Anfahrt von Lehrpersonal und Eltern wären erschwert worden. „Aber wir können uns nun doch entspannt zurücklegen“, sagt Klausing erleichtert. Trotzdem sei es gut gewesen, einmal einen Plan B zu entwerfen und die Fluchtwege im Blick zu haben. Der Stromausfall selbst habe in den Schulen für keine große Verwirrung gesorgt. Die technischen Geräte mussten resettet werden und die Sicherungen wieder aktiviert werden.

Zwei Mitarbeiter der Halveraner Firma Dohrmann öffneten am Dienstag die Straße und legten eine Baugrube an, um den Weg für die Mitarbeiter von Enervie frei zu machen. Schnell war die defekte Stelle des Kabels gefunden. „Ich rieche schon etwas“, rief ein Dohrmann-Mitarbeiter. Der Kurzschluss im Kabel wurde lokalisiert. Allem Anschein nach war das Kabel durchgebrannt, weil es nicht wie der Rest des Kabels durch eine Tonhaube geschützt war. Diese Schutzmethode werde heute nicht mehr angewendet. 

Kabel ist mehr als 50 Jahre alt

„Das Kabel ist von 1976“, sagt Köster. Es handele sich somit zwar um einen älteren Kabelabschnitt, erneuert werde aber nur sukzessiv. „Das Alter ist ein Parameter, welcher eine Eneuerung beeinflusst. Geplant ist aktuell keine Erneurung in diesem Gebiet.“ 

Am Mittwoch wird das defekte Kabel durch ein neues ersetzt. Die Grube kann voraussichtlich am Donnerstag geschlossen werden. Solange die Grube noch geöffnet ist, wird eine Metallplatte den Autos die Durchfahrt ermöglichen. Eine Sperrung gibt es während der Arbeiten nicht.

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