Werner und Cornelia Kenkel verabschieden sich in den Ruhestand

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Werner und Cornelia Kenkel schauten im Rahmen eines Pressegesprächs auf die vergangenen 32 Jahre zurück.

Oberbrügge -  Es hat zwischendurch zwar Überlegungen gegeben, die Stelle zu wechseln und Oberbrügge zu verlassen, doch schlussendlich ist es soweit nie gekommen. 32 Jahre lang war das Ehepaar Werner und Cornelia Kenkel in Oberbrügge Zuhause. „Gemeinsam“, das betonen sie beide, haben sie die Pfarrstelle an der evangelischen Kirche bekleidet. Nun sind die letzten Wochen ihrer Tätigkeit angebrochen.

Am 1. Oktober diesen Jahres ist Werner Kenkel offiziell im Ruhestand. Nach 32 Jahren als Pfarrer in Oberbrügge beginnt für ihn, und auch für seine Frau, ein neuer Lebensabschnitt. Und der startet für sie in Herne und führt sie somit zurück in ihre Heimatgemeinde. „Wir haben eine Wohnung gefunden, die passt. Und deshalb sind wir bereits jetzt mit der Renovierung fertig und bereit umzuziehen“, sagt Cornelia Kenkel.

Nachdem am 6. September der Verabschiedungsgottesdienst in Oberbrügge stattgefunden hat, wird ihr Fokus zunächst auf dem neuen Leben in Herne liegen. „Wir wollen uns erstmal einleben, neue Kontakte knüpfen und die vergangenen Jahre Revue passieren lassen“, beschreibt der Theologe die kommenden Monate. Mit 60 beziehungsweise 59 Jahren sei es aber noch zu früh, sich zurückzulehnen und sich ausschließlich dem Rentnerdasein zu widmen. „In unserer neuen alten Gemeinde in Herne arbeiten wir gerne wieder mit und wollen das Miteinander weiterhin aktiv gestalten“, sind sich die viermaligen Eltern und zweifachen Großeltern sicher. Zudem hat Kenkel noch bis zum kommenden Jahr den ehrenamtlichen Vorsitz des Pfarrerinnen- und Pfarrer-Gebetsbundes (PGB) inne.

Für ihre langjährige Tätigkeit in Oberbrügge sind Werner und Cornelia Kenkel dankbar. Sie blicken gern zurück – auf die vielen verschiedenen Aufgaben, die Herausforderungen, die sie zu bewältigen hatten und nicht zuletzt auch auf die Menschen, die ihren Weg begleiteten.

„Ich habe in vielen Belangen große Unterstützung von allen Seiten erfahren“, ist Kenkel dankbar. Gerade die Verwaltungsarbeit sei nie sein Steckenpferd gewesen. Der ehemalige Verwaltungsmitarbeiter Klaus Böcker beispielsweise habe ihm oft geholfen. Aber es gebe noch so viel mehr Leute, die er alle gar nicht aufzuzählen vermag. „Meine Dankbarkeit habe ich hoffentlich auch so ausdrücken können.“

Gerade die ersten sieben Jahre ihrer Amtszeit seien „besondere Jahre“ gewesen, sagt Cornelia Kenkel. Zugunsten der Familie hatte die studierte Theologin nach der Amtseinführung ihres Mannes auf eine entgeltliche Anstellung verzichtet und während all der Jahre an seiner Seite in der Gemeinde mitgearbeitet. „Ich war sozusagen im Dauervikariat bei meinem Mann“, lacht sie.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit in Oberbrügge hätten beide in der Gemeindearbeit viel ausprobieren können. „Es war eine besondere Dynamik, so kurz nach der Ausbildung.“

Ihr beider Anliegen sei es immer gewesen, den Menschen die biblische Botschaft näher zu bringen und die Bibel mit dem Leben zu verknüpfen. Auch über die normale Gemeinde- und Gottesdienstarbeit hinaus. Daraus entstand bereits im Jahr 1984 die Hauskreisarbeit, die sich bis heute fortgesetzt und in der Gemeinde verfestigt hat. Hinzu kamen in den vergangenen zehn Jahren insgesamt fünf Glaubenskurse, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Wienand gestaltete. Werner Kenkel: „Es kamen tolle Gespräche und Begegnungen zustande.“

„Glaube ist nichts für den Sonntagmorgen“

„Die Gemeinde hat uns verändert und wir auch ein Stück weit sie“, sagt Cornelia Kenkel rückblickend. Ein Prozess, der bei aller Freude an der Arbeit doch auch immer wieder schwierige Wege mit sich brachte. „In einer Gemeinde, in der viele verschiedene Menschen aufeinander treffen, kommt es auch mal zu Unstimmigkeiten. Spannungen gehören einfach dazu und sind ebenso Teil unserer Zeit in Oberbrügge“, berichtet Werner Kenkel im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei sei es ihm wichtig gewesen, Stellung für seine Sache zu beziehen und Profil zu zeigen. Er habe gelernt, Konflikte zu beheben und Probleme über das persönliche Gespräch zu lösen. Darüber hinaus hätten beide lernen müssen, auch Nein zu sagen. „In diesem Beruf ist es schwierig, zuhause Urlaub zu machen.“ Man müsse sich, so betont Cornelia Kenkel, Freiräume für die Familie schaffen. „Wer in einem Pfarrhaus lebt, wohnt in einem Glashaus.“

Eines der schönsten Erlebnisse der vergangenen Jahre war für die Kenkels die Mitarbeit in der Allianz. „Zu sehen, wie Christen aller Konfessionen in Halver und Oberbrügge das Miteinander leben, war wunderbar. Die Ökumene ist etwas Besonderes.“

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