Werkhof: Zuversicht in der Standortfrage

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Halver - „Wir sind optimistisch, was den Standort und die jetzige Immobilie betrifft“, sagt Sven Keller, Standortleiter des Werkhofs an der Frankfurter Straße, im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger.

Mit dieser Aussage tritt Keller kursierenden Gerüchten entgegen, das Sozialkaufhaus „Möbel & Mehr“ erwäge bereits einen Wechsel des Standorts, um Ansiedlungsplänen des Lebensmittel-Discounters Lidl zuvorzukommen. Insbesondere das Gelände des Aldi-Markts, der am Dienstag an der Hagener Straße den Betrieb eingestellt hat, war in diesem Zusammenhang genannt worden.

Viele Kunden von außerhalb

„Wir sehen zurzeit keinen Handlungsbedarf“, stellt Keller auch beim Blick auf diese Option fest. Der Grund: Der Aldi wäre schlicht zu klein für das Angebot des Werkhofs, das sich immer größerer Beliebtheit nicht nur bei Kunden aus Halver erfreut. Mit demnächst wieder 43 Mitarbeitern, einer Verkaufsfläche von mehr als 900 Quadratmetern und einer Gesamtfläche von 2800 Quadratmetern mit Werkstätten und kleinem Büro arbeitet die gemeinnützige GmbH seit mehr als zehn Jahren an ihrem Standort in der Stadt. „Zentraler wird das nicht gehen.“ Andererseits ist Keller auch klar, dass man im schlimmsten Fall nach einer Alternative schauen müsste. Auf dem Wippermann-Gelände hat der Werkhof einen unbefristeten Mietvertrag, der normalen Kündigungsfristen unterliegt.

Hintergrund der Gerüchte und Beunruhigung ist das Bestreben von Lidl, einen innerstädtischen Markt auf dieser Fläche zu errichten und eine Abbruchgenehmigung, die der Märkische Kreis am 20. Februar für diesen Fall erteilt hat. In Politik und Verwaltung der Stadt würde dieses Vorhaben allerdings auf erbitterten Widerstand stoßen (AA-Bericht von Donnerstag). Unabhängig von dieser Debatte ist der Werkhof gerade dabei, sich in mehrfacher Hinsicht neu aufzustellen. Wichtig für die Kunden, die nicht nur aus Halver kommen, sind geänderte Öffnungszeiten. Statt schon um 9 Uhr, öffnet man jetzt von 10 bis 18 Uhr, durchgehend an allen Werktagen. Dies gilt auch für die Annahme von Elektrogeräten.

Grund ist nicht zuletzt eine personelle Umstrukturierung. Neue Maßnahmen der Betreuung und Qualifizierung treten an die Stelle von auslaufenden. Insgesamt arbeitet der Werkhof dann mit etwas weniger Personal. Neu ist, dass seit Mittwoch auch Flüchtlinge als sogenannte FIMs (Flüchtlings-Integrations-Maßnahme) in Zusammenarbeit mit der Stadt Halver beschäftigt werden. Dabei nutzt die Einrichtung die vorhandenen Kompetenzen durch pädagogisch geschultes Personal. Im Vordergrund stehe allerdings „learning by doing“, sagt Keller über diese neue Perspektive.

Nachfrage nimmt zu

Über mangelnde Nachfrage kann sich das Sozialkaufhaus jedenfalls nicht beklagen, was auch mit dem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit zusammenhängt. Verwendbare und gut erhaltene Möbel landen nicht mehr selbstverständlich auf dem Sperrmüll. Das gilt auch für Kleidung. Auf der anderen Seite biete das die Chance auch für finanziell Schwächere, sich preiswert in Halver zu versorgen.

Kleine Cafeteria für die Kunden

Neu an der Frankfurter Straße ist zudem eine kleine Cafeteria, die gerade im Bereich der früheren Bücherei eingerichtet wird. Viele Kunden treffen oder verabreden sich sogar im Werkhof. Ihnen will man eine Anlaufstelle zum Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder die Möglichkeit bieten, ein Buch zu lesen.

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