Poetry Slammer stellen am Berufskolleg ihr Genre vor

Dean Ruddock führte vor, wie „slammen“ geht. ▪

HALVER ▪ „Ich hasse Tweety!“, sagte Karsten Strack in einem Vortrag am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg am Dienstag. Dabei ging es ihm darum, den so genannten Poetry Slam zu erklären und dazu erzählte er die Geschichte einer Jugendliebe aus seiner Sicht.

Er erinnerte an die Zeit, als er sich früher als 15-Jähriger im Fernseher Tweety anguckte, um ein Mädchen names Gabi, welche ein großer Tweety-Fan war, zu beeindrucken. Auf die Frage von Gabi, ob er Tweety genauso süß findet wie sie, kommt er in ein Dilemma und muss sich überlegen, ob er zu seinen Gunsten lügt oder ob er die Wahreit sagt.

Er entschließt sich, die Wahrheit zu sagen und Gabi zu erzählen, was er am liebsten mit dem Vogel machen würde. „Ich schneide den Vogel in vier Teile, nähe ihn wieder zusammen, nur um ihn anschließend wieder ausein-ander zu reißen“, war nur eine der vielen, vom schwarzen Humor geprägten Aussagen zu Tweety.

Damit wurde am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg den Schülern der elften Klasse in einem für die Schule kostenlosen Kurzvortrag vorgestellt, was eigentlich ein Poetry Slam ist.

Poetry Slams sind moderne Dichterwettstreite, bei denen die Künstler Vorträge in einer bestimmten Zeit abliefern müssen. So gut wie alles ist erlaubt. Es können Kurzgeschichten vorgetragen werden, nachdenkliche Texte, es kann gerappt oder Gedichte vorgetragen werden. Nur zu viel Gesang ist verboten, da ein Poetry Slam kein Musik- ist, sondern ein Literaturwettbewerb. Den Gewinner des Wettstreits bestimmt das Publikum.

Und so waren der Schrifsteller, Verlagsleiter, Kulturveranstalter und „Poetry Slammer“ Karsten Strack und sein Praktikant Dean Ruddock, ebenfalls ein „Poetry Slammer“, im Berufskolleg zu Gast. Die Schüler bekamen einen Einblick darin, was ein Poetry Slam eigentlich ist, wie dieser funktioniert und was ein „Slammer“ alles beachten muss. Im Anschluss konnten die Schüler den Referenten bei zwei Slamvorträgen lauschen.

Zweck der Veranstaltung war es, auf die erste „Unter 20 Poetry-Slam-Westfalen-Meisterschaften“ im Oktober in Herford hinzuweisen. Die beiden Referenten wollen die Jugendlichen motivieren, sich mit Literatur auseinanderzusetzen und an den Vorentscheidungsslams zur westfälischen Meisterschaft teilzunehmen. Dazu besuchen die Referenten insgesamt 39 Schulen in Nordrhein-Westfalen. ▪ md

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