Vergütung, Lockerung und die Delta-Variante

Wenig Geld, wenig Termine: Letztes Testzentrum in Halver will durchhalten

EInblick in ein Testzentrum.
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Testen, testen, testen: Was, wenn das nicht mehr nötig ist? Hält das Zentrum durch?

Vorbei ist die Zeit als die Testzentren überall eröffneten. Jetzt beginnen die Schließungen, auch in Halver. Ist das gut für Testcenter im DRK-Heim? Man will zumindest dran festhalten, aber leicht wird es dem Team nicht gemacht.

Halver – Testen, testen und noch einmal testen war vor Kurzem, in der dritten Corona-Welle, eine entscheidende Strategie. Deutschlandweit entstanden 15 000 Testzentren, in Nordrhein-Westfalen rund 5700 und in Halver zwei. Seit Montag gibt es vor Ort nur noch das Testzentrum im DRK-Heim an der Thomasstraße. Die Atlantis-Apotheke hat den Betrieb eingestellt. Ganz ausgeschlossen sei eine Wiederöffnung jedoch nicht, wenn der Bedarf wieder steigt, wie Siegbert Schomann, Inhaber der Apotheke, sagt.

Das Zentrum an der Thomasstraße aber soll aufrecht erhalten werden, wie Werner Neuhoff vom DRK betont. Trotz aller Gegenwinde, die den Betrieb nicht leicht machen. Der Rotkreuzleiter sagt, bis September soll das Angebot in jedem Falle erhalten werden. Dann aber kommt es auch auf die Entwicklungen an. Werden Tests wieder mehr gebraucht als derzeit? Steigt die Inzidenz wieder – vor allem mit Blick auf die Delta-Variante? Einen Blick in die Glaskugel wagt Werner Neuhoff nicht, er glaubt aber, dass es nicht vorbei ist, wenngleich die Impfungen schlimmere Verläufe verhindern werden.

Momentan sind die Inzidenzen niedrig, es wird weniger getestet, weil der Nachweis nicht mehr überall erforderlich ist. Doch am Ende ist der wirtschaftliche Aspekt nicht unwichtig. Gerade jetzt, wo weniger getestet wird, wurden die Vergütungen reduziert. Weil einige Betreiber von Testzentren betrogen haben, vermutet Neuhoff. Vielleicht auch, weil sich die Not und der Bedarf an Testzentren auf nötige Prüfungen und bürokratische Abläufe auswirken.

Darunter leiden nun die, die ordentlich gearbeitet haben. Reagiert wurde seitens des Bundes darauf mit einer seit dem 1. Juli geltenden neuen Coronavirus-Testverordnung. Die Sachkosten werden in Höhe der Beschaffungskosten erstattet, maximal 4,50 Euro je Test. Für selbst beschaffte Antigentests ist künftig eine Pauschale von 3 Euro je Test zu zahlen. Leistungserbringer, die nicht Arzt oder Zahnarzt sind, erhalten seit dem 1. Juli je Test ein Honorar von 8 Euro statt wie bisher 12 Euro. Die Kosten aber für Personal & Co. bleiben. Es muss sich rechnen. Noch tut es das, sagt Neuhoff. Erst Samstag wurden in vier Stunden fast 200 Tests durchgeführt. Der Bedarf ist noch erkennbar.

Blickt Werner Neuhoff zurück auf die Monate, die das Testzentrum geöffnet ist – seit dem 29. März – kommt er auf insgesamt 12 180 Testungen. Ein gutes Fazit, sagt der Rotkreuzleiter. Das Testzentrum ist für Halver eine gute Sache, ist Neuhoff sicher. Vor allem aber freut er sich über die vielen Menschen, die so meist zum ersten Mal ins DRK-Heim gekommen sind.

Vor allem Urlauber sind es momentan, die zum Testen vorbei kommen. Aber alles kein Vergleich zu den Hochphasen, als sich Schlangen bildeten. Vor allem freitags und samstags haben die Mitarbeiter wieder mehr zu tun, dann „drubbelt es sich etwas“, sagt Neuhoff.

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