Bilanz zwei Wochen nach Aufhebung des Besuchsverbots in den Altenheimen

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Im Seniorenhaus Muhle treffen sich Besucher und Bewohner an einem Zaun. Um unabhängiger vom Wetter zu sein, wurde ein Zelt aufgestellt, unter dem die Gespräche stattfinden.

Halver/Schalksmühle – Pünktlich zum Muttertag, dem 10. Mai (Sonntag), wurde das Besuchsverbot in den Altenheimen aufgehoben. Die Bewohner durften endlich wieder ihre Verwandten sehen, wenn auch nur auf Abstand.

Seit mittlerweile zwei Wochen bemühen sich die Altenheime auch in Schalksmühle und Halver darum, allen Bewohnern und ihren Verwandten ein schönes Treffen zu ermöglichen und nicht nur per Telefon oder Videochat miteinander zu kommunizieren. Die Gesundheit der Bewohner, die zur Hochrisikogruppe zählen, steht dabei weiterhin an erster Stelle.

Beim Halveraner Seniorenzentrum Bethanien setzte man in der ersten Woche nach Aufhebung des Besuchsverbots auf Zelte, in denen sich die Bewohner mit ihren Verwandten treffen und sich setzen konnten. Aufgrund des wechselhaften Wetters in der Vorwoche wurden die Zelte, die im Hof platziert waren, abgebaut. Fortan werden die Besuche in der Cafeteria abgehalten. Ausnahmen bestehen für bettlägerige Bewohner, die Verwandten dürfen in diesem Fall auf die Station und werden dann mit Schutzkleidung versorgt. „Logistisch gesehen ist das schon eine große Herausforderung. Wir müssen genau koordinieren und einteilen, wann die Verwandten kommen dürfen“, erklärt Sabine Kramer vom begleitenden Dienst, die zusammen mit ihren Kollegen nach jedem Besuch die Tische und Stühle desinfiziert. Das Angebot werde gut angenommen, die Senioren freuen sich, wieder Besuche empfangen zu dürfen, wenngleich die Situation weiterhin angespannt sei. „Die Bewohner sind vor den Besuchen immer sehr aufgeregt. Natürlich ist eine große Freude zu spüren, gleichzeitig ist es für sie aber auch belastend.“ Auch für die Angestellten sind die neuen Besuchsregelungen mit einer Menge Aufwand verbunden. „Das Angebot wird durch das große Engagement der Belegschaft getragen. Wir kooperieren auch gut mit der Tagespflege.“

Auch beim Haus Waldfrieden führte die Aufhebung des Besuchsverbots zu einer Aufhellung der Stimmung unter den Bewohnern. „Es ist wirklich gut angelaufen und durch die Wohngemeinschaften verteilen sich die Verwandten auch gut, sodass die Abstandsregelung jederzeit eingehalten werden kann“, zeigt sich Geschäftsführer Bernd Lauermann zufrieden mit der derzeitigen Entwicklung. Auf der großen Anlage nutzten die meisten Bewohner ihr Treffen mit den Verwandten zu längeren Spaziergängen. „Es waren auch bereits wieder Enkel und Ur-Enkel vor Ort. Das gibt den Bewohnern schon viel.“

Einzig die Nachlässigkeit beim Thema Schutzmasken stört Lauermann: „Ich habe den Eindruck, dass manche Angehörige wieder etwas sorgloser damit umgehen. Das ist gar nicht böse gemeint, aber wir mussten schon einige darauf hinweisen, die Masken auch während des Besuchs anzulassen.“ Generell sieht der Geschäftsführer die Gesellschaft auf einem guten Weg. „Ich bin durchaus zuversichtlich. Ich hoffe nur, dass die Achtsamkeit gegenüber den alten Menschen bleibt, damit wir diese Pandemie gemeinsam überstehen.“

Im Schalksmühler Seniorenhaus Muhle finden die meisten Besuche aus Platzmangel mit Blick auf die Abstandsregelung am Zaun statt. Zudem wurde ein Zeltüberbau im Innenhof aufgebaut, unter dem ebenfalls Besuche ermöglicht werden. „Wir haben alle Verwandten per Rundschreiben kontaktiert, damit sie sich vor einem Besuch anmelden“, sagt die stellvertretende Pflegeleiterin Katja Bressel.

Die Bewohner freuen sich über die Besuche, allerdings ist der Umgang mit dem Mundschutz weiterhin ein ungewohnter. „Die Bewohner, die schlechter hören können, haben sonst oft von den Lippen abgelesen. Das ist zurzeit natürlich nicht möglich und schränkt sie dementsprechend ein. Das ist schon schade und trübt ein wenig die Stimmung. Aber wir machen das Beste aus der Situation und hoffen, dass es zumindest kein Dauerzustand bleibt.“

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