Radweg auf Schiene möglich

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Bevor das Bahngelände zwischen Südstraße und Kulturbahnhof bebaut werden kann, muss die Schleifkottenbahn noch ihre Schienen und ihren Container abbauen.

HALVER - Wie und in welcher Form kann das so genannte Infrastrukturband, die Eisenbahnstrecke zwischen Halver Oberbrügge erhalten bleiben – dies war eine der wesentlichen Fragestellungen eines Gesprächs zwischen Vertretern der Schleifkottenbahn GbmH und der Stadt Halver, das Anfang des Monats bei der SIHK zu Hagen stattfand.

Das Verfahren zur „Abgabe und Stilllegung von Eisenbahninfrastruktureinrichtungen“ (Paragraph 11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes) ist eingeleitet und die Strecke ist von der Schleifkottenbahn zum Verkauf ausgeschrieben. Die Stadt kommt, wie bereits berichtet, weder als Gesellschafter der Schleifkottenbahn in Frage, noch hat sie Absichten, ein Eisenbahnstrukturunternehmen zu werden – dies bestätigte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker auf Anfrage.

Vorstellbar sei aber, so Eicker weiter, dass die Strecke als Radweg genutzt und damit erhalten werden könnte, unter der Voraussetzung, dass die Stadt dafür Fördermittel erhalte. So könne dann der Radwegebau der Regionalen 2010 – dieser Weg von Anschlag bis zum Kulturbahnhof bestehe ja schon – und 2013 (durchs Volmetal) geschlossen werden.

Dazu könnte man zunächste einen Radweg bis Ehringhausen – mit einem Anschluss ans Waldfreibad Herpine – bauen, wo es durch die Straßensanierung bald einen Radweg nach Oberbrügge geben würde. Dies sei zwar vorstellbar, betonte der Bürgermeister, jedoch müsse man die weitere Entwicklung bei der Schleifkottenbahn und ebenso beim Verein Bergisch-Märkische Eisenbahn abwarten.

Dabei gehe es letztlich um Unterhaltungslasten und Verkehrssicherungspflichten zum Beispiel bei Kreuzungen von Schiene und Straße. So müssten für die neun Bauwerke, davon ein Tunnel und zwei Brücken, Gutachten erstellt werden. Auch könne der Straßenbaulastträger – beispielsweise im Fall der Brücke über die Südstraße die Stadt – den vollständigen Rückbau einer Kreuzung verlangen, müsse dann aber 50 Prozent der Kosten dafür tragen. Die andere Hälfte habe die Schleifkottenbahn aufzubringen.

Bernd Eicker betonte aber gleichzeitig, dass es hinsichtlich des Geländes zwischen Kulturbahnhof und Südstraße, für das eine Überplanung mit Einzelhandel und Wohnbebauung bestehe und ein Investor – der gestern Abend sein Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt hat (es wird noch berichtet) – gefunden wurde, keinerlei Probleme mit der Schleifkottenbahn hinsichtlich des Abbaus der Schienen und ihres Containers geben würde.

Dies sei eine Situation, so der Bürgermeister weiter, bei der anderen, der Strecke nach Oberbrügge und dort der Bereich mit dem Stellwerk, müsse man die Entwicklung abwarten und im Gespräch mit der Schleifkottenbahn bleiben. Deren Gesellschafter tagen am 7. Februar im Bürgerhaus.

Von Det Ruthmann

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