Weihnachtstüten voll „Überlebensmitteln“

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Heiligabend, kurz nach 18 Uhr. Die Autos sind gepackt. Die Helfer um Peter Osterkamp machen sich auf den Weg, 188 Weihnachtstüten an bedürftige, kranke und einsame Menschen zu verteilen.

SCHALKSMÜHLE -  „Hallo! Schön, dass ihr wieder dabei seid.“ Es ist Heiligabend – in der Mitarbeiter-Klause des Seniorenparks Reeswinkel treffen sich Peter Osterkamp, Regina Berkemeyer, Hans (Hase) Seckelmann, Traude Rittinghaus, Sigrid und Erhard Schmidt, Ramona und Alexander Voß, Conni Brummelte und Ann Vanhove nach einem Jahr wieder. „Viele Leute sagen zu mir: Heiligabend muss man doch zu Hause sein. – Ja, kann man“, sagt Peter Osterkamp. „Man kann aber auch unterwegs sein.“

Er ist der Initiator der Weihnachtstüten-Aktion: Vor fast 30 Jahren hatte er als damaliger Leiter des Amalie-Sieveking-Hauses in Lüdenscheid begonnen, an Heiligabend die Ärmsten der Armen aufzusuchen, um ihnen eine Tüte voll mit „Überlebensmitteln“ zu schenken. Heute kann er auf einen zehnköpfigen Helferstamm zählen, der ihn an diesem ganz besonderen Tag unterstützt.

Kurz nach 18 Uhr geht es mit dem Segen von Andreas Mischnick, Leiter des Seniorenparks Reeswinkel, los: „Auf dass ihr die Herzen der Menschen erreicht.“ Es gilt, 188 Tüten, gefüllt mit Doseneintopf, Wurst, Margarine, Brot, Keksen, Schokolade und warmen Socken, zu bedürftigen Menschen in Schalksmühle und Lüdenscheid zu bringen.

Zum ersten Mal dabei ist Birger Stahlschmidt. Der 25-Jährige studiert Theologie und sagt am Ende dieses Abends: „Das war Weihnachten, wie ich es seit 24 Jahren erleben möchte.“ Denn Weihnachten sei doch irgendwie mehr, als gemütlich mit der Familie zusammen zu sitzen, zu essen und Geschenke auszupacken. „Jesus ist zu den Armen und Kranken gegangen, um ihnen zu helfen. Er hatte keine Berührungsängste.“ Die Helfer bringen die Weihnachtstüten zu den Flüchtlingen in Schalksmühle und Lüdenscheid. Zu sozial schwachen, kranken und einsamen Menschen, wie es sie in jeder Nachbarschaft gibt. Teilweise erschrecken die Frauen und Männer über die Verhältnisse, die sie hinter den ganz normal wirkenden Häuserfassaden vorfinden. Am meisten berührt das Strahlen in den Kinderaugen. Die Mädchen und Jungen freuen sich über Plüschtiere, Strumpfhosen und Mützen. Und sogar über eine Packung geschnittenes Brot, weil die Spenden am Ende doch nicht für alle reichen. Gegen halb eins kehrt der Trupp zurück. Andreas Mischnick und seine Familie haben jetzt für die Helfer den Tisch gedeckt. Sie stärken sich bei Schnitzeln und Nudelsalat und lassen den Heiligabend Revue passieren. Peter Osterkamp dankt allen für die Unterstützung: „Schön, dass ihr wieder dabei wart.“

Von Ilka Kremer

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