Weihnachten und Corona

Weihnachtsbäume in Corona-Zeiten noch beliebter - Verkauf beginnt früher

Hof Tacke, Weihnachtsbaum, Halver
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Bäume in Hülle und Fülle: Teils vorbereitet zur Lieferung an Großkunden, teils zur Abholung liegen sie auf dem Hof Tacke bereit.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Adventszeit anders. Restaurants sind geschlossen, Weihnachtsmärkte werden nicht aufgebaut. Doch der Weihnachtsbaumverkauf findet trotzdem statt.

Halver – Ausfallen muss in diesem Jahr auch der Weihnachtsbasar auf dem Weihnachtsbaumhof Tacke in Halver. Doch der Verkauf der Bäume findet trotzdem statt.

„In diesem Jahr begann die Saison früher“, stellt Heiko Tacke fest. „In den Vorjahren kauften Privatleute vor dem Ewigkeitssonntag einen Baum für die Terrasse oder den Garten. In diesem Jahr wurden auch schon Bäume für das Wohnzimmer gekauft.“ Im Trend liegt dieses Jahr außerdem das Selberschlagen. „Insbesondere bei dem trockenen Wetter verbinden Familien die Suche nach dem Weihnachtsbaum mit einem Spaziergang in unseren Kulturen“, sagt Tacke. Die Anbaufläche ist groß genug, dass sich die Leute dort nicht begegnen und die Corona-Regeln so einhalten. Auch das Tragen einer Maske ist Pflicht.

Kunden im Deko-Fieber: Heiko Tacke freut sich darüber, dass die Kunden Lust haben, die Wohnung mit einem Weihnachtsbaum zu schmücken.

Mit bestimmten Wagen transportieren die Kunden ihren Weihnachtsbaum aus der Anpflanzung. „Wir sind richtig begeistert, die Leute sind total vernünftig. Die Menschen haben offenbar Lust, in die Natur zu gehen und sie haben Lust auf Deko und Lust, es sich zuhause schön zu machen.“ So stellen in diesem Jahr viele Leute einen Weihnachtsbaum auf, die in den Vorjahren darauf verzichteten, so die Vermutung.

Privatkunden kommen aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern auf den Hof in Halver. Dass die Kunden diesmal auf Glühwein, Kakao, Kaffee und Würstchen verzichten müssen, verstehen alle.

Mehr Platz für nächstes Jahr

„Wir haben im Mai und Juni eine neue Halle gebaut. Mit 800 Quadratmetern ist sie viermal so groß wie die bisherige“, sagt Tacke. Bei zehn Quadratmetern pro Person fänden also gleichzeitig 80 Personen Platz. Im kommenden Jahr wird an der älteren Halle der Baumverkauf, an der neuen die Bewirtung stattfinden – so der Plan bereits fürs kommende Jahr. Den Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken der vergangenen Jahre spendet der Familienbetrieb seit vielen Jahren an das Kinderheim „Mully Childrens Family“ in Kenia. Davon konnten jährlich 20 Kinder unterstützt werden. In diesem Jahr wird das Kinderheim aus dem Baumerlös unterstützt.

Es geht auch anders: Volker Grüber baut Bio-Bäume an.

Volker Grüber baut Bio-Weihnachtsbäume in Halver an. Er verzichtet auf Spritzmittel. „Das große Problem in den ersten Jahren ist der Bewuchs ringsum“, sagt er. Anders als bei Tacke, wo Schafe das Mähen übernehmen, sorgt Grüber mit dem Aufsitzmäher dafür, dass die kleinen Pflanzen wachsen können. Pro Hektar braucht er etwa einen Tag fürs Mähen, die Arbeit muss alle vier bis fünf Wochen wiederholt werden. Erst wenn die Bäume etwa fünf Jahre alt sind, bildet sich aufgrund der Abschattung kein Bewuchs mehr unter ihnen.

Bio oder konventionell?

Der Bio-Weihnachtsbaum ist etwa zehn Prozent teurer als der Baum aus konventionellem Anbau. Einmal im Jahr wird der Biobetrieb kontrolliert. Auch in Halverscheid können die Bäume selbst geschlagen werden.

Ob konventionell oder bio – die beiden Halveraner Weihnachtsbaum-Experten treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Gemeinsam haben sie eine Bitte an die Kunden aus der Umgebung: „Bitte kommen Sie unter der Woche. Dann ist es ruhiger als am Wochenende und einfacher, Abstände einzuhalten,“ sagt Heiko Tacke.

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