Wehr gibt Informationen zu Carthausen

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Thomas Gehring, Stefan Czwarkoski, Michael Keil, Detlef Enneper. Michael Prumbaum, Thorsten Wingenbachach, Reiner Clever und Paulo da Silva informierten über die Auflösung der Löschgruppe Carthausen.

HALVER - Bedauern über das Unvermeidbare – das drückten am Samstag die Beteiligten des Pressegesprächs anlässlich der Auflösung der Löschgruppe Carthausen aus. Am 31. Oktober werden die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Carthausen zum letzten Mal alarmiert, sollte ein Notfall auftreten (wir berichteten).

Die Sicherheit der Halveraner Bürger sei durch die Schließung nicht gefährdet, betonten alle Anwesenden am Samstag noch einmal. Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski informierte darüber, dass der Löschzug Stadtmitte bereits seit geraumer Zeit mitalarmiert wird, wenn die Löschgruppe Carthausen zu einem Einsatz ausrückt. Denn mit nur 13 Mann aktiver Besatzung könne die Erfüllung des Einsatzzieles durch die Löschgruppe Carthausen alleine nicht gewährleistet werden. Die Hauptgründe für den aktuellen Personalmangel sieht Czarkowski im viel zitierten demographischen Wandel und in einem Wandel der Gesellschaft. Die Bereitschaft zum Ehrenamt habe stark nachgelassen – insbesondere im Hinblick auf eine so verantwortungsvolle und zeitintensive Tätigkeit wie die der Feuerwehr.

So werden die Aufgaben der Wehr aus Carthausen in Zukunft in der Hauptsache vom Löschzug Stadtmitte übernommen werden. Auch einige der Carthausener Kameraden werden dort hin wechseln, die anderen voraussichtlich die Löschgruppe Buschhausen verstärken.

Eines der beiden Fahrzeuge aus Carthausen soll verkauft werden, das andere soll die Löschgruppe Buschhausen als Übergangslösung erhalten. Unklar ist noch, was aus dem Feuerwehrgerätehaus an der Susannenhöhe nach der Schließung werden soll. „Wir hatten noch keine Zeit, uns so kurzfristig darüber Gedanken zu machen. Für uns stand an erster Stelle, dass die Sicherheit der Bürger gewährleistet bleibt“, so Fachbereichsleiter Thomas Gehring von der Stadtverwaltung. Gehring sah die Auflösung der Gruppe „mit Blick auf die Fakten“ als „folgerichtige Lösung“.

Czarkowski betonte zudem, dass man sich „hinter den Kulissen“ schon länger mit dem Problem befasst habe. Viele Gespräche hätten auch mit Michael Prumbaum, Löschgruppenführer in Carthausen, stattgefunden. Man habe versucht, das Problem zu lösen, das sei aber leider nicht gelungen. „Ich kann jeden verstehen, der traurig und verbittert ist“, so Czarkowski. Denn mit der Feuerwehr in Carthausen seien viele persönliche Schicksale verbunden, das Gerätehaus sei für viele ein Stück Zuhause.

Czarkowskis Stellvertreter Reiner Clever versuchte, positiv in die Zukunft zu schauen: Er selbst sei 35 Jahre in Carthausen gewesen, man müsse aber die Entwicklung betrachten. Toll sei, dass fast alle Kameraden bei der Wehr bleiben: „Es geht weiter und es geht in eine gute Richtung weiter.“ - svh

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