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Wegen Omikron-Sorge: Strengere Regeln für Feuerwehr Halver

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Von: Jan Schmitz

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Um Personalausfälle bei einer Infektion mit der Omikron-Variante zu vermeiden, müssen die Feuerwehren strengere Regeln einführen. Bei der Feuerwehr Halver sieht man die Vorgaben mit gemischten Gefühlen.

Halver – Mit dem neuen Erlass des NRW-Innenministeriums zum Schutz der kritischen Infrastruktur bei einer Ausbreitung der Omikron-Variante werden die Vorgaben für die Feuerwehrleute zum Jahresbeginn noch einmal strenger – auch für die 175 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Halver.

Hintergrund ist die Sorge des NRW-Innenministeriums, dass bei einem Omikron-Ausbruch mit vielen Quarantäne-Fällen die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr vor Ort nicht mehr gewährleistet werden kann. Damit es in Halver nicht dazu kommt, haben Wehrleiter Dennis Wichert und sein Team schon in der Vergangenheit Einsatzpläne und Dienstanweisungen fortlaufend an die aktuelle Corona-Lage angepasst. Mit dem neuen Erlass müssen sie nun noch etwas mehr nachschärfen – und die Aktivitäten außerhalb der Einsätze praktisch auf Null reduzieren. Ab sofort sind fast alle Übungsdienste untersagt, Übungen und andere Zusammenkünfte dürfen gar nicht mehr stattfinden, Besprechungen sollen weitgehend digital abgehalten werden – alles mit dem Ziel, die Kontakte weitestgehend zu reduzieren.

Was aus epidemiologischer Sicht sinnvoll erscheint, ist für die Feuerwehrleute eine große Belastung. „Feuerwehr lebt von der Gemeinschaft. Dass wir uns jetzt wieder für unbestimmte Zeit außerhalb der Einsätze nicht persönlich treffen dürfen, ist eine Belastung. Zumal wir keine Perspektive aufzeigen können, wann es wieder möglich ist. Es fühlt sich ein bisschen so an wie im März 2020“, äußert der Wehrleiter. Dabei denkt er insbesondere an den Austausch nach den Einsätzen. „2021 war gefühlt ein Jahr mit vielen Einsätzen, wo wir auch emotional an die Belastungsgrenze gekommen sind“, erinnert Dennis Wichert unter anderem an die Flutkatastrophe, einen tödlichen Verkehrsunfall auf der B229, eine Brandtote und viele Reanimationsunterstützungen. „Da ist es gerade für die Ehrenamtlichen wichtig, über das Erlebte zu sprechen. In der Gemeinschaft können wir das auffangen.“

Im Einsatz selbst dagegen gibt es kaum Möglichkeiten, die Kontakte zu reduzieren. „Jedes Einsatzstichwort ist mit einer Personalstärke hinterlegt. Die können wir nicht unterschreiten, auch um uns selbst im Einsatz nicht in Gefahr zu bringen“, stellt Wichert klar. Die Folge: Die Feuerwehr rückt nun mit mehr Fahrzeugen aus, die aber mit weniger Einsatzkräften besetzt sind. Um eine Durchmischung des Personals zu verhindern, sind die 80 Mitglieder des größten Löschzugs Stadtmitte in zwei Gruppen aufgeteilt worden. Bei den kleineren Löschzügen Oberbrügge, Bommert und Buschhausen ist eine Teilung der Einheiten nicht möglich. Hier sieht Wichert auch am ehesten Probleme, sollten es zu Corona- und Quarantäne-Fällen kommen.

Der Erlass ist darauf ausgelegt, dass die Einsatzbereitschaft bei einem Ausfall von 20 bis 30 Prozent des Personals noch gewährleistet ist. Auf die gesamte Feuerwehr Halver bezogen sagt Wehrleiter Wichert: „Ich habe keine Sorge, dass wir bei einem Corona-Ausbruch nicht einsatzbereit sind.“ Sollte einer der kleineren Löschzüge ausfallen, müssten Kräfte aus den benachbarten Kommunen angefordert werden.

Derzeit befindet sich unter den Halveraner Feuerwehrleuten eine Person nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne. Kontakt zu anderen Kameraden hatte sie nicht. Bei dem aktuellen Fall wurde die Delta-Variante festgestellt.

Die Sorge gilt jedoch der ansteckenderen Omikron-Variante. Hier gelten strengere Quarantäne-Bestimmungen. Auch Kontaktpersonen müssen für 14 Tage in Quarantäne, was die Personalstärke in kurzer Zeit stark reduzieren könnte. Diese drohenden Personalausfälle vor Augen, sprach sich unter anderem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am Dienstag für eine deutliche Reduzierung der Quarantänezeit für Geimpfte aus.

Das käme der heimischen Feuerwehr entgegen. Die Ehrenamtler sind fast vollständig geimpft. „Ich brauche keine ganze Hand, um die Ungeimpften abzuzählen“, sagt Wichert mit Blick auf die Impfquote. Theoretisch wäre sogar für die wenigen Ungeimpften die Teilnahme an Einsätzen mit einem negativen Testergebnis möglich. Doch Wichert stellt klar: „Wir haben klar kommuniziert, dass 2G für uns das Richtige ist. Testen vor einem Einsatz, das passt nicht.“

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