Wieder Ärger an der K3: Anwohner sauer über Abkürzungsverkehr

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Die Straße K3 zwischen Anschlag und Schwenke wird während der Arbeiten an der B229 von vielen als Ausweichstrecke genutzt.

Halver – Wegen der Sperrung der B229 in Radevormwald kürzen viele Autofahrer über die K3 zwischen Schwenke und Anschlag ab – sehr zum Ärger der Anwohner.

„Hier ist Chaos hoch drei“, beschreibt Jürgen Schmidt aus Hohenplanken die Lage. Seit der Sperrung der Bundesstraße 229 in Radevormwald zwischen Eich und Linde müssen Autofahrer, die sonst die Bundesstraße nach Radevormwald nutzen, eine Umleitung über Wipperfürth und Hückeswagen fahren – offiziell zumindest.

Tatsächlich würden viele über die Straße Hohenplanken in Halver abkürzen. „Die Autofahrer beklagen, dass es nicht gut ausgeschildert ist“, berichtet Jürgen Schmidt, der von vielen Pkw-Fahrern angesprochen worden sei. „Da herrscht Orientierungslosigkeit. Die Leute sehen keine Ausweichmöglichkeit und wissen nicht, wo sie herfahren sollen.“

Und es sind nicht nur Pkw, sondern auch – teils ausländische – Lkw, die eine Abkürzung suchen. Sogar über die Beverstraße, auf der Tempo 30 gelte, seien Lkw-Fahrer auf der Suche nach einer noch kürzeren Strecke gefahren. „Es ist verkehrsmäßig eine prekäre Situation“, sagt Schmidt.

Die Polizei Halver bestätigt die Problematik auf der Kreisstraße 3. Es gebe viele Beschwerden, dass dort mehr oder weniger querfeldein, zu schnell oder unter Missachtung der Tonnagebegrenzung gefahren werde, heißt es. Deswegen habe man dort seit Beginn der Bauarbeiten mehrfach Kontrollen durchgeführt.

„Die Straße ist ein Schleichweg geworden“, sagt Pressesprecher Johannes Szmais von der Niederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW. Diese ist für die Arbeiten an der B229 und damit auch die Sperrungen in Radevormwald sowie entsprechende Beschilderungen zuständig. Vor allem am Mittwoch habe man deswegen zahlreiche Beschwerdeanrufe von Anwohnern erhalten.

An Umleitung gewöhnen

„Man muss überlegen, wie man das kanalisiert und geregelt bekommt, dass Leute die offizielle Umleitung benutzen“, sagt Szmais. Die Strecke führt über die L528 in Richtung Kierspe, die L284 Richtung Wipperfürth und dann über die Bundesstraßen 232 und 483 über Wipperfürth und Hückeswagen nach Radevormwald. „Das ist eigentlich eine zügige Umleitung.“

Szmais vermutet, dass viele Leute nur zu Beginn der Sperrung über die K3 ausgewichen seien, aber beim nächsten Mal den korrekten Weg benutzen würden. Er glaubt an einen Lerneffekt: „Die Leute müssen sich an die Umleitung gewöhnen.“ Gemeinsam mit der Polizei arbeite man an ergänzenden Maßnahmen zur bisherigen Beschilderung.

Laut der Polizei Halver habe man bereits die Beschilderung verbessert und mehr Hinweisschilder aufgestellt. Ob dies zu weniger Verkehr auf der Abkürzungsstrecke führt, bezweifelt man in der Halveraner Wache allerdings. Aufmerksame Autofahrer würden die Beschilderung bemerken und richtig fahren, viele andere dagegen wohl nicht, so die Einschätzung der Polizei.

Vollsperrung bis Ende August

Die Fahrbahnerneuerung an der B229 vollzieht sich in mehreren Abschnitten. Seit vergangenem Montag erneuert die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg die Fahrbahn zwischen Radevormwald-Eich und -Linde. Um aufgrund der geringen Fahrbahnbreite die Arbeitssicherheit gewährleisten zu können, geschieht dieser Maßnahmenteil unter Vollsperrung. Die Umleitung in beide Richtungen führt, wie beschrieben, über Halver, Wipperfürth und Hückeswagen. Wenn alles nach Plan läuft, soll dieser Bauabschnitt laut Straßen.NRW am 27. August beendet werden.

Mit dem Bauabschnitt an der B229 im Bereich Halver und Lüdenscheid-Brügge, für welche die Regionalniederlassung Südwestfalen zuständig ist, soll voraussichtlich Ende August/Anfang September begonnen werden. In Halver soll dabei laut Straßen.NRW auf eine Vollsperrung verzichtet werden. In Brügge muss die Straße dagegen zeitweise gesperrt werden. Die Arbeiten in Halver und Brügge sollen bis mindestens Januar 2020 dauern.

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