Warnung vor Mangel an Fachkräften

Reinhard Korte (2. von links) erläuterte Bürgermeister Eicker und seinen Mitarbeitern Möllmann sowie Gehring den „erfreulichen Arbeitsmarktbereicht“. ▪ Ruthmann

HALVER ▪ Der Trend sei Anfang des Jahres nicht zu erwarten gewesen, doch die Arbeitslosenzahlen im Märkischen Kreis würden deutlich sinken, erklärte Reinhard Korte, Leiter der Geschäftsstelle Lüdenscheid der Agentur für Arbeit, der gestern ins Halveraner Rathaus gekommen war, um einmal die Arbeitsmarktdaten für den Monat September vorzustellen. Erfreulich: Die Arbeitslosenzahl ist um rund 1200 gesunken und dies in allen Bereichen. Gegenüber September 2009 sind es sogar 21,5 Prozent weniger. Gleichzeitig verzeichnet die Agentur für Arbeit einen starken Zugang an offenen Stellen, die in den letzten Monaten immer bei rund 1000 liegt.

Und in Halver stehe eine Sechs bei der Arbeitslosenquote vorne – auch wenn diese nicht mehr errechnet werde. Korte nannte als Vergleichszahlen die der Geschäftstellenbereiche Lüdenscheid (8,0 Prozent) und Iserlohn (8,6 Prozent). In der Stadt im Grünen wurden im vergangenen Monat 579 Arbeitslose gezählt, 31 oder 5,1 Prozent weniger als im Vormonat und 158 oder 21,4 Prozent weniger als im September 2009.

Dies macht sich erstmals seit längerer Zeit auch wieder bei den Menschen, die von der Arge betreut werden, positiv bemerkbar: Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl der Menschen ohne Job um 3,6 Prozent beziehungsweise von 366 auf 353. Und bei der Agentur für Arbeit konnten gegen September 2009 insgesamt 145 Menschen (-39,1 Prozent) aus der Arbeitslosenstatistik gestrichen werden – 226 Halveraner waren im September ohne Job.

In diesem Zusammenhang verwies der Geschäftsstellenleiter nicht nur auf den „explosionsartigen Anstieg“ der Arbeitslosenzahlen zu Beginn der Wirtschaftskrise (Ende 2008), sondern verdeutlichte auch, dass die „Kurzarbeit Arbeitsplätze gerettet hat“. „Sonst hätten wir in der Spitze 7000 Arbeitslose mehr gehabt“, so Korte. Er führt dies darauf zurück, dass es im Märkischen Kreis und auch in Halver gute Betriebe gebe, die hochwertige Produkte herstellten. Daher habe man den Fachkräften nicht gekündigt, sondern sie gehalten.

In diesem Zusammenhang prognostizierte Reinhard Korte aber einen Fachkräftemangel in drei oder vier Jahren. Denn es gebe nicht nur eine Abwanderungstendenz – „Wer in Dortmund oder Bochum studiert, kommt nicht zurück.“ – , sondern bald auch einen dramatischen Rückgang bei den Schülerentlasszahlen. Daher seien die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit derzeit so etwas wie Wanderprediger, welche die Betriebe mahnten, Leute auszubilden.

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, der sich ebenso wie „Sozialdezernent“ Thomas Gehring und Wirtschaftsförderer Arno Möllmann von Korte über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt informieren ließ, betonte, dass es in Halver nicht nur attraktive Gebiete für Neuansiedlungen nicht nur junger Familien (Neuen Herweg, Lütgenheide), sondern auch ein gutes Angebot an Schulen und für den Freizeitbereich gebe. Gleiches sei zwar beim Einzelhandel schwer, aber man arbeite daran – dabei verwies er auf das Bahngelände. Man will in Halver, so das Stadtoberhaupt, ein Klima einer lebenswerten Stadt schaffen.

Es sei fatal, den jungen Menschen zu vermitteln, mit einem mittleren Schulabschluss könne man nichts erreichen. Im Gegenteil, auch mit einem Realschul- oder guten Hauptschulabschluss könne man in Halver sein Geld verdienen. Zudem, so fügte Eicker hinzu seien die Arbeitsplätze sicher. Reinhard Korte bestätigte dies und verwies auf 26 offene Stellen im Metall- und Elektrobereich in Halver. ▪ Det Ruthmann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare