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Katastrophe im Wald: Karte zeigt das ganze Ausmaß

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Von: Florian Hesse

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„Im Wald herrscht Krieg“, sagt eine Expertin. Das Käferholz muss raus wie hier und auch unten im Bild im Bereich Ostendorf.
„Im Wald herrscht Krieg“, sagt eine Expertin. Das Käferholz muss raus wie hier und auch unten im Bild im Bereich Ostendorf. © Florian Hesse

Mehr als 130 000 Festmeter Fichtenholz hat die Landschaft rund um Halver in den beiden vergangenen Jahren jeweils verloren. Das ist fünf Mal so viel wie durch den Orkan Kyrill vor 15 Jahren, der vielen als Katastrophe für den heimischen Wald in Erinnerung ist.

Halver - Fast 350 Waldbesitzer rund um Halver haben in den Jahren 2020 und 2021 massive wirtschaftliche Schäden erlitten. Der Befall enormer Flächen durch den Borkenkäfer dürfte für viele von ihnen die Vernichtung der Altersvorsorge bedeutet haben. Was in diesem Jahr im Wald passiert, wird sich im Frühjahr und Sommer zeigen, wenn der Käfer wieder fliegt und sich durch die Borke bohrt.

Wer sich einen Überblick über die Schäden in ganz Nordrhein-Westfalen und auch im kleinen Maßstab bis hin zur kleinsten Ortslage informieren möchte, dem gibt der Landesbetrieb Wald und Holz ein mächtiges Werkzeug zur Hand: Digitales Kartensystem Waldinfo.NRW nennt sich die Internetseite, die für jedermann frei zugänglich ist und die eigentlich konzipiert wurde für Waldbesitzer im Klimawandel, für Feuerwehren und Förster, um nur einige zu nennen.

Vergleich 2017/2018: Nur rosa Einsprengsel lassen auf das Drama schließen.
Vergleich 2017/2018: Nur rosa Einsprengsel lassen auf das Drama schließen. © waldinfo.nrw
Betrachtung Juni 2017 bis September 2021, gleicher Ausschnitt. Das Tiefrote ist bereits kahl, das Rosafarbene gefährdet oder auch schon abgeräumt.
Betrachtung Juni 2017 bis September 2021, gleicher Ausschnitt. Das Tiefrote ist bereits kahl, das Rosafarbene gefährdet oder auch schon abgeräumt. © waldinfo.nrw

Das interessante dabei: Die Nutzer können aus fast 200 Kartenebenen – so genannten Layern – wählen, die sie über die Hintergrundkarten- oder Luftbilder legen können. Waldinfo.NRW enthält außerdem eine Vielzahl benutzerfreundlicher Werkzeuge wie zum Beispiel eine Suchfunktion, die Möglichkeit in den digitalen Karten zu messen und zu zeichnen, Höhenprofile auszulesen und Treffpunkte zu teilen.

Für Waldbesucher bietet Waldinfo.NRW zudem Wanderwege und Wanderparkplätze sowie touristische Sehenswürdigkeiten an. Waldinfo.NRW verrät auch, ob man sich gerade in einem Naturschutzgebiet befindet oder nicht. Pilze sammeln ist zum Beispiel nur außerhalb von Naturschutzgebieten erlaubt.

Der wichtigste Nutzen von Waldinfo.NRW liegt in der fernen Zukunft. Waldbesitzer müssen heute Entscheidungen treffen, die sicherstellen, dass dort, wo Dürre und Borkenkäfer Wälder vernichtet haben, in hundert Jahren wieder ein gesunder Wald steht. In Zeiten der Klimakrise ist das eine nie dagewesenen Herausforderung.

Die vielleicht eindrucksvollste Möglichkeit ist dabei die Sichtbarmachung von Schäden in verschiedenen Zeiträumen, an der sich grafisch darstellen lässt, wie der Waldbestand seit Mitte 2019 und September 2021 durch den Käferbefall zurückgegangen ist. Tiefrot leuchten die bereits abgeräumten Flächen, Rosa bedeutet einen erkennbaren Befall, der sich im Laufe dieses Jahres wohl ebenfalls in Rot verändern wird.

Das System ist frei zugänglich und kostenlos: www.waldinfo.nrw

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