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Waldbrandgefahr: Waldbesitzer entdeckt Feuerstellen trotz Trockenheit

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Von: Sarah Lorencic

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Waldbrandgefahr beschäftigt Waldbesitzer
Eine Feuerstelle am Waldrand fand Helmut Wiethege - und das nicht zum ersten Mal. (Symbolbild) © Nicolas Armer

Der Appell ist laut. Haben doch rund 85 Prozent aller Wald- und Wiesenbrände eine Ursache, die nicht natürlich ist. Daher heißt es seitens der Feuerwehr immer wieder, dass man nicht im Wald rauchen und erst recht kein Feuer in der Nähe eines Waldes machen soll.

Halver – Trotzdem muss Helmut Wiethege zum wiederholten Male feststellen, dass in seinem Waldgebiet gegrillt wurde. Und zwar dort, wo seine Fichten zum Teil schon abgeholzt oder stark vertrocknet sind. Der 67-Jährige hat dafür überhaupt kein Verständnis, wie er sagt. Neben der Feuerstelle auf dem Waldweg lagen auch verkohlte dicke Äste im Wald. Ein Glück, sagt der Halveraner, dass es nicht zu einem Waldbrand gekommen ist.

Seit Abholzung mehr Menschen heimlich im Gebiet

Das betroffene Gebiet befindet sich ganz in der Nähe des Guts Voswinckel. Seitdem die Fichten abgeholzt sind, hat man einen guten Blick auf die Kerspetalsperre. Das sei wohl ein Grund, warum es sich immer wieder Personen im Wald gemütlich machen und dann auch ein Feuer machen, wie von Wiethege vermutet. Als weiteren Grund sieht der Waldbesitzer die Abgelegenheit des Grundstücks, das eigentlich durch eine Schranke begrenzt ist. Die Durchfahrt ist derzeit jedoch geöffnet, damit die Waldarbeiter freie Fahrt haben.

Als sei die Situation nicht schlimm genug für die Waldbesitzer: Auf zehn Hektar hat der Halveraner schon Fichten fällen lassen müssen. Was ihm bleibt, ist die Hoffnung auf die „Naturverjüngung“. Das sind die kleinen Triebe, die aus den Samen im Schutze der großen Bäume wachsen. Es ist die letzte Chance für die Wälder, sagt Wiethege. Er hofft auf die kniehohen Fichten. Wenn es brennen würde, würde das nicht nur gefährlich sein, sondern auch seinem Wald weiter schaden.

Auch ohne Waldbrand ist ein Feuer strafbar

Eine Aufforstung, sagt er, kann man sich alleine gar nicht leisten. Die Förderanträge seien zudem zu kompliziert. Im vergangenen Jahr hat der Waldbesitzer Eichen gesetzt. „Die sind aber alle vertrocknet.“ Die Investition war umsonst. Aber niemand konnte wissen, wie trocken es in diesem Jahr wird. Jetzt hat er Eicheln gesät und hofft auf Erfolg. Eine Aufforstung wie sie nötig wäre, kann er sich wie viele andere nicht leisten. „Und der Schutz der Pflanzen kostet noch mehr als die Pflanzen selbst.“ Umso wichtiger sind ihm die Pflanzen, die sich auf natürliche Art und Weise vor Ort vermehren. Sie auch noch zu verlieren wäre für den Wald und für ihn eine Katastrophe.

Wie Polizeisprecher Lorenz Schlotmann auf Anfrage erklärt, sollten die Appelle der Waldbesitzer ernst genommen werden. Denn wer ein Feuer im Wald macht oder eine Zigarette unachtsam wegwirft, der führt laut Paragraf 306f des Strafgesetzbuches eine Brandgefahr herbei, die strafbar ist und mit einer Geld- oder einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet wird.

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