Wachwechsel an der Kölner Straße

Christiane Felix-Thimm (3. von rechts) ist neue Inhaberin des Kiosks an der Kölner Straße. ▪

HALVER ▪ An der Kölner Straße ging kürzlich eine Ära zu Ende: Nach rund 41 Jahren übergab Eckhard Behrend „seinen“ Kiosk an Christiane Felix-Thimm und ihren Gatten Ralf Thimm.

Ergeben habe sich die Übergabe durch einen Zufall, erinnert sich die neue Inhaberin: „Unser Steuerberater hat uns vor zwei Jahren gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, einen Kiosk zu führen.“ Nach gemeinsamer Beratung habe das Ehepaar sich dann dazu entschlossen, „absolutes Neuland“ zu betreten und das Geschäft zu übernehmen.

Allzu viel ändern soll sich für die Kunden allerdings nicht, betont die neue Inhaberin, die wie ihr Vorgänger weiter auf den Verkauf von Zeitungen, Zeitschriften, Tabakwaren und Lotteriescheinen setzen will. Auch wird der Kiosk weiterhin unter der Woche von 7.30 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet haben und samstags von 7.30 bis 13 Uhr.

Lediglich das Sortiment soll erweitert werden, beispielsweise um Briefmarken. „Ein paar Neuerungen werden wir uns mit der Zeit aber sicherlich noch ausdenken“, kündigt die gelernte Steuerfachgehilfin und staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin an, die nebenbei weiterhin Kurse in Sachen Gesundheitssport anbieten will.

„Ich trete mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Ruhestand“, sagt indes Eckhard Behrend. Mit einem weinenden Auge, weil ihm die Arbeit in der „Bude“, die er vom 1. Oktober 1970 an bis vor Kurzem gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Brigitte Hering führte, ebenso ans Herz gewachsen sei wie der Kundenstamm. Mit einem lachenden Auge, weil es dem 70-Jährigen gelungen ist, den Kiosk in Halver zu etablieren – obwohl seit 1970 viele Großanbieter kleine Läden „platt gemacht“ hätten.

„Alles verkehrt gemacht haben können wir also nicht“, sagt Behrend, der jahrelang neben dem Kiosk auch eine Lekkerland-Filiale an der Frankfurter Straße und das Lotteriegeschäft am Einkaufszentrum am Rathauspark geführt hatte.

Als besondere Höhepunkte seiner Ära sind Behrend diejenigen Momente in Erinnerung geblieben, in denen er Kunden mitteilte, dass sie das große Los gezogen hatten. „Einmal hat jemand 1,35 Millionen Mark gewonnen. Aber auch Autos gingen aus der Verlosung schon nach Halver“, erinnert sich der passionierte Geschäftsmann. Demzufolge sein ehemaliger Laden übrigens „kein Kiosk“, sondern ein „Fachgeschäft“ ist. „Einen Kiosk kann man nicht betreten, sondern bekommt über eine Theke etwas nach draußen gereicht. Hier muss man schon reinkommen“, sagt der 70-Jährige mit einem Augenzwinkern. ▪ Sven Prillwitz

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