Landwirtschaft im Wandel der Zeit

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Halver. „Ich hab’ zwei Jungs, eine Frau und den coolsten Beruf der Welt: Ich bin Bauer.“ Wege zum Erfolg zeigte Tausendsassa Uli Ernst heimischen Bauern am Donnerstagabend im Kulturbahnhof bei der alljährlichen Sparkassenveranstaltung für Landwirte auf.

Kai Pritschow konnte 55 Teilnehmer zur Info-Veranstaltung begrüßen. Seitens der Sparkasse war zudem Kundenberaterin Astrid Fahlenbock, die nebenberuflich Landwirtschaft betreibt, vor Ort. Als Landwirt vom Ammersee mit den Betriebszweigen Rinderaufzucht, Schnittblumen, Feldlabyrinth und Hochseilgarten, Mitglied des Kernteams und Trainer der Andreas-Hermes-Akademie sowie (bis vor Kurzem) Akrobat an der Bayrischen Staatsoper stellte Pritschow den Halveranern den Referenten des Abends vor. Dessen Thema: „Motiviert in schwierigen Zeiten – Erfolgskriterien landwirtschaftlicher Unternehmer heute und morgen.“ 

In seinem zweistündigen Vortrag ging Uli Ernst, der sich mittlerweile auch als Entwicklungshelfer in Äthiopien und Uganda engagiert, sowohl auf die verschiedenen Standbeine seines Betriebs als auch auf die Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe im deutschsprachigen Raum allgemein und Kriterien für den Erfolg eines Unternehmens ein. 

Anhand von Grafiken und Statistiken machte er auf Veränderungen der Betriebsstruktur landwirtschaftlicher Betriebe zwischen 1975 und heute aufmerksam. Zugenommen habe der Anteil der Rationalisierer. Am stärksten seien jedoch die Nischenanbieter unter den Landwirten gewachsen. „Wir müssen in der Richtung, die wir suchen, Spitze sein. Es gibt nicht den einen Weg“, erklärte Ernst. Landwirte hätten den Beruf der Möglichkeiten. „Und wir können eine Menge daraus machen“, motivierte er. 

Mehrere Standbeine und Nischen böten eine höhere Krisenfestigkeit. Während früher die Größe des Betriebs im Vordergrund gestanden habe, sei heute der Mensch in den Fokus gerückt. „Das Rennen macht der, der als Person fit ist.“ Detailliert ging der Uttinger auf persönliche und fachliche Fähigkeiten, auf die es ankommt, ein. Zu 80 Prozent seien die persönlichen, zu 20 Prozent die fachlichen Fähigkeiten maßgeblich für den Erfolg. „Fachwissen kann man sich relativ schnell aneignen.“ 

Als Kernkompetenzen für unternehmerischen Erfolg zählte er die Schlagworte Zielklarheit, Konzentration und Entspannung, Selbstvertrauen, Entscheidungsfreude, gute und klare Beziehungen, ein positives Image, Motivation sowie Mut und Konsequenz auf. Je runder das Rad laufe, das all diese Kompetenzen in sich vereine, desto leichter gelinge erfolgreiches Arbeiten. Mit zahlreichen Beispielen aus seiner Trainingsarbeit an der Andreas-Hermes-Akademie mit Sitz in Bonn reicherte Uli Ernst seine lebhaften Ausführungen an.

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