Vorfall am Bächterhof verunsichert Eltern

HALVER ▪ Ein vermeintliches Schreckenszenario, das sich jetzt am Bächterhof ereignet hat, beunruhigt derzeit viele Halveraner Eltern: Wie die Polizei auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers bestätigte, soll ein unbekannter Mann am vergangenen Montag gegen 11.50 Uhr aus einem silberfarbenen Fahrzeug heraus einen Grundschüler angesprochen haben.

Die Beweggründe des auf etwa 50 Jahre geschätzten Autofahrers seien nicht bekannt. Der Schüler habe jedoch besonnen reagiert und sich nicht auf die Anrede des Mannes eingelassen. Nach Informationen unserer Zeitung handelte es sich bei dem Schüler um einen Viertklässler, der gemeinsam mit zwei Mitschülern am Busbahnhof stand.

Der Vorfall zieht in der Elternschaft seither weite Kreise. Nicht ohne Grund habe die Polizei jedoch von einer Veröffentlichung des Vorfalls beziehungsweise einer Beschreibung des Mannes abgesehen, wie deren Sprecher Dietmar Boronowski erklärte. Hysterie wolle man vermeiden. So sehe die Polizei auch keinen Zusammenhang des beschriebenen Falles mit einer Beobachtung vom darauf folgenden Mittwoch: Gegen Mittag wurde ebenfalls an der Grundschule „Auf dem Dorfe“ ein „mit lauter Musik, schnell fahrendes“ silbergraues Fahrzeug gesehen. „Wer wirklich Kinder ansprechen will, fährt nicht lautstark an einer Schule vorbei“, so Boronowski. Dennoch sei man wachsam: Die polizeiliche Beobachtung dieses Bereichs sei verstärkt worden – nicht nur sichtbar durch häufigere Streifenfahrten, sondern auch durch die Präsenz von Beamten in Zivil.

Schulleiterin Barbara Dorn-Erdogdu schaut natürlich besorgt auf die benachbarten Bushaltestellen. „Seither stelle ich mich vor und nach der Schule selber dorthin, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist.“ Doch auch sie mahnt zwar zur Aufmerksamkeit, betont aber: „Aufregung ist kein guter Berater.“ In einem Elternbrief informierte sie über den Vorfall und erinnerte auch an Verhaltensmaßregeln: In der Schule selbst seien die Kinder nun erneut auf die Gefahr, die von unbekannten Personen ausgeht, hingewiesen worden. Die Schüler sollten außerdem in Gruppen zusammen bleiben und notfalls andere Erwachsene um Unterstützung bitten. „Vorfälle müssen direkt der Lehrerin, den Eltern, anderen Passanten gemeldet werden, damit die Polizei eingreifen kann“, so Dorn-Erdogdu. Wenn auch unnötige Panik vermieden werden soll, so „sollten wir alle Augen und Ohren offen halten, um ‚im Fall des Falles‘ richtig zu reagieren“, heißt es in dem Elternbrief abschließend.

Und auch an der Lindenhofschule reagierte man auf die Meldung von vergangener Woche. Schulleiterin Beate Segieth will Hysterie in diesem Zusammenhang jedoch unbedingt vermeiden. Stattdessen habe man die Kinder an das Theaterstück „Mein Körper gehört mir“ erinnert, in dem das Thema „sexueller Missbrauch“ kindgerecht aufbereitet wird. „Außerdem haben wir die Eltern per Mail angeschrieben. Die Klassenlehrerinnen machten die Kinder zudem nochmals auf das richtige Verhalten in solchen Situationen aufmerksam“, so Segieth. ▪ Frank Zacharias

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