Vorbereitungen auf Sanierung der Villa Wippermann

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Noch liegt die Villa Wippermann im Dornröschenschlaf.

Halver -  „Es wird das architektonische, kulturelle Highlight“, sagt Bauamtsleiter Michael Schmidt über die Villa Wippermann. Derzeit befindet sich das Gebäude aus dem Jahr 1895 in der Vorbereitungsphase auf die anstehende Sanierung, die voraussichtlich im Frühsommer des kommenden Jahres abgeschlossen sein soll.

Nachdem im vergangenen Jahr der letzte Mitarbeiter der Stadtverwaltung seinen Arbeitsplatz in der ehemaligen Unternehmer-Villa geräumt hat, befindet sich das imposante Haus zwischen Schieferhäusern und Rathaus im Dornröschenschlaf. Nun soll es geweckt werden und alsbald seiner neuen Bestimmung als kulturelles Zentrum im Rahmen der Attraktivierung der Innenstadt im Zuge der Regionale 2013 übergeben werden.

Die vorbereitenden Maßnahmen konzentrieren sich derzeit auf den Schutz der zu erhaltenden Substanzen. Dazu zählen unter anderem die Holztreppe, der Fliesenbelag und die historischen Türverkleidungen. „Wir müssen die Bauteile freilegen, um uns ein Bild von den Konstruktionen und den statischen Gegebenheiten machen zu können“, erklärt Michael Schmidt während eines Vor-Ort-Termins in der Villa Wippermann. Zwar stehe das Gebäude nicht unter Denkmalschutz, trotzdem werde man eine denkmalgerechte Sanierung vornehmen wollen, so Schmidt.

Im Erdgeschoss deckte eine Restauratorin einen gemalten Deckenspiegel frei (oben).

Eine Restauratorin hatte vor einiger Zeit im Erdgeschoss (EG) zunächst an einer kleinen Stelle einen gemalten Deckenspiegel freigelegt, kurz darauf in einem weiteren Raum. Die Experten vermuten die Malerei nun im gesamten unteren Bereich der ehemaligen Wohnräume, die später den Salon und somit den Hauptveranstaltungsraum bilden, und wollen sie, so gut es geht, erhalten. Schmidt: „Das Erdgeschoss bildet das kulturelle Zentrum, nicht nur für Halver, sondern für alle vier Volmekommunen.“

Im Ober- sowie Dachgeschoss wird darüber hinaus das Heimatmuseum seine neue Bleibe finden. Derzeit noch im Bürgerzentrum angesiedelt, kann das Museum in der Villa Wippermann auf 280 Quadratmeter Ausstellungsfläche zurückgreifen (bisher 190). Bei Sonderausstellungen sei es zudem möglich, den Salon im EG anzumieten. „Die Räume und Gegebenheiten in der Villa Wippermann sind in unserem Sinne“, sagte auf Anfrage des AA der zweite Vorsitzende des Heimatvereins, Peter Bell. Als zusätzliche Lagerfläche dient dem Heimatmuseum zudem das ehemalige Kutschenhaus vor der Villa Wippermann.

Der in den 70ern angebrachte Holzaufbau soll zurückgebaut und die ursprünglichen Gauben wieder hergestellt werden.

Einen barrierefreien Zugang zu allen Etagen soll in Zukunft ein Aufzug ermöglichen. Es ist beabsichtigt, nach den Sommerferien die Ausschreibung zu veröffentlichen und zudem mit den Fassaden- und Dacharbeiten zu beginnen, erläuterte Schmidt. Im weiteren Verlauf der Sanierung sollen dann am Obergeschoss die ursprünglichen Gauben wiederhergestellt und somit die Holzaufbauten zurückgebaut werden.

1,1 Millionen Euro Gesamtkosten

„Die Aufbauten wurden von der Stadtverwaltung in den 70er-Jahren angebracht“, so Schmidt. Sie würden aber nicht zur Ursprünglichkeit des Gebäudes passen, weshalb die beiden Giebel zur Frankfurter Straße und über dem Eingang wieder aufgebaut würden. Nicht alles könne dabei aber dem Originalzustand eins zu eins nachempfunden werden, betonte Schmidt. „Wenn ich ein historisches Gebäude nutzen will, muss ich Kompromisse eingehen.“

Als weitere Baumaßnahme steht in diesem Jahr noch die Anbringung einer Außenspindeltreppe aus Stahl in Richtung Schulstraße an. Und zwar als Kompensator für fehlende Feuerwiderstände einzelner Bauteile. 1,1 Millionen Euro soll die gesamte Sanierungsmaßnahme der Villa Wippermann kosten, 70 Prozent werden dabei durch Regionale-Mittel gefördert.

Ihr äußeres Erscheinungsbild wird die Villa Wippermann übrigens farblich verändern: Statt des bisherigen altrosa, soll das Gebäude im ursprünglichen Beigeton gestrichen werden. Schmidt: „Mich würde da die Meinung der Bürger interessieren.“

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