Die große Ungewissheit

Vor dem harten Lockdown: Ein Streifzug durch die Innenstadt von Halver

Volle Parkplätze und Geschäfte am Fachmarktzentrum. Doch die Halveraner blieben beim Einkauf am Samstag diszipliniert.
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Volle Parkplätze und Geschäfte am Fachmarktzentrum. Doch die Halveraner blieben beim Einkauf am Samstag diszipliniert.

Deutlich erhöhter Kundendruck, aber meist disziplinierte Halveraner: Die Ankündigung eines schnellen, harten Lockdowns für Nordrhein-Westfalen hat sowohl am Freitag als auch am Samstag für eine rappelvolle Innenstadt gesorgt.

Die befürchteten chaotischen Zustände blieben aber aus. Ein Rundgang durch die Innenstadt:

Getränke Hoffmann

Bereits wenige Stunden nach der Ankündigung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, ab Montag einen harten Lockdown zu verhängen, verzeichnete Holger Willemsen, Inhaber der Getränke-Hoffmann-Filiale an der Schützenstraße, ein erhöhtes Kundenaufkommen. Ein Trend, der sich am Samstag noch verstärkt. Die Warteschlangen an der Leergutabgabe arbeitet das Team von Holger Willemsen routiniert und zügig ab, immer wieder müssen Kunden aber darauf hingewiesen werden, dass das erst kürzlich umgebaute Ladenlokal nur noch mit einem Einkaufswagen betreten werden darf. Holger Willemsens Filiale bleibt auch im Lockdown weiterhin geöffnet. „Gott sei Dank“, sagt der Handelspartner der Fachmarktkette Getränke Hoffmann, die bundesweit 455 Filialen betreibt. Schon im ersten Lockdown hat Willemsen eine erhöhte Nachfrage festgestellt. „Die Leute trinken deutlich mehr“, so der Kaufmann.

Netto Marken-Discount

„Es ist mehr los als normalerweise“, heißt es am Samstagmittag im Netto Marken-Discount an der Schützenstraße. Der Parkplatz ist voll, genügend Einkaufswagen aber vorhanden. Im Markt selbst herrscht disziplinierte Geschäftigkeit. Alle Kunden tragen Masken, Regale werden permanent nachgefüllt. Beim Toilettenpapier und Mehl gibt es zwar Lücken, aber keine komplett leeren Regale. Mindestens zwei von drei Kassen sind geöffnet, es geht auch deshalb schnell, weil kaum ein Kunde den Einkaufswagen voll bis oben hin hat.

REWE-Markt

Die Bilder gleichen sich. Auch an der Von-Vincke-Straße im und vor dem Rewe-Markt ist viel los, aber keine „Hamsterkauf-Panik“ zu erkennen. Marktleiter Olaf Böhl lässt an diesem Samstag sein komplettes Team arbeiten. „Wir sind mit voller Besetzung am Start“, so der langjährige Chef an der Von-Vincke-Straße. Maximal 140 Kunden dürfen gleichzeitig den Markt betreten, so viele Einkaufswagen gibt es. Sind keine Einkaufswagen mehr da, kommt niemand mehr rein. Das ist zwischendurch immer wieder der Fall, doch die Fluktuation ist so hoch, dass niemand lange warten muss. Große Schilder weisen auf diese Regelung und die Maskenpflicht hin, auch Desinfektionsmittel für die Hände sind in ausreichender Anzahl im Eingangsbereich vorhanden. Das gilt übrigens für alle von uns besuchten Läden.

Fachmarktzentrum

Auch das Fachmarktzentrum ist am Samstag sehr gut besucht. Ob dafür ausschließlich die Ankündigung des Lockdowns oder die „normalen“ Wochenendeinkäufe der Kunden verantwortlich sind – schwer zu sagen. Der Parkplatz ist allerdings extrem gut gefüllt – insbesondere in direkter Nähe zu den Lebensmittelanbietern Aldi und Kaufland. Vor dem Kaufland etwa kommt es zwischenzeitlich zu Engpässen in Sachen Einkaufswagen. Um die erlaubte Personenzahl im Markt nicht zu überschreiten, muss jeder Kunde einen Einkaufswagen nutzen. Eine Mitarbeiterin des Kauflands ist dafür am Eingang des Marktes platziert, um die Einhaltung der Regelung zu überwachen. Zudem sind die Unterstände auf dem Parkplatz, in denen Einkaufswagen abgestellt werden können, mit Flatterband abgesperrt. Nur direkt vor dem Markt werden Einkaufswagen bereitgestellt.

„Temple of Taste“

Mahesh Hewakandamby schaut mit Sorge auf den kommenden Lockdown. Erst vor einer Woche hat er sein neues Geschäft „Temple of Taste“ an der Bahnhofstraße eröffnet. Gewürze, Müslizutaten, Weine, Spirituosen und vor allem Tee verkauft er dort. „Ich weiß noch gar nicht, wie es diese Woche weitergeht“, sagt Hewakandamby. Was besonders schwer wiegt: Hewakandamby ist unsicher, ob der „Temple of Taste“ überhaupt vom Lockdown betroffen sein wird: „Wir verkaufen hier ja ausschließlich Lebensmittel“, hofft der Geschäftsmann darauf, dass die Türen des neuen Ladenlokals weiter offen bleiben dürfen. Am Freitag und Samstag ist reichlich Betrieb – diszipliniert warten die Kunden vor der Tür, wenn es drinnen zu voll wird.

Hewakandamby und seinem Team bleibt derzeit nichts anderes übrig, als abzuwarten – auch auf die Erlasse bezüglich der Gastronomie. Voraussichtlich werden die „Hewa Lounge“ und „The Elephants“, die Mahesh Hewakandamby an der Bahnhofstraße betreibt, weiterhin einen Abholservice für Speisen anbieten dürfen. Die Ungewissheit indes bleibt groß.

Kurzer Blick über die NRW-Landesgrenzen hinaus: In Baden-Württemberg gelten bereits seit Samstag neue Corona-Regeln. Dort können die Gastronomen Lieferservices und Essen „to go“ anbieten, jedoch dürfen die Speisen nur bis 20 Uhr abgeholt werden. Danach gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Weihnachtsbaumhof Tacke

Volle Parkplätze, viele Besucher. Auf dem Weihnachtsbaumhof Tacke ist am Wochenende einiges los. „Schnell noch einen Baum ergattern“, lautet bei vielen Kunden das Motto. Betreiber Heiko Tacke und sein Team haben alle Hände voll zu tun. Dabei ist noch unklar, ob der Weihnachtsbaumhof unter die Lockdown-Regeln fallen würde. „Wir wissen noch gar nichts“, bestätigt ein Mitarbeiter vor Ort.

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