Mehr Normalität

Von Freude bis Vorsicht: So ist die aktuelle Stimmung in den Kitas

Kita, Juno, Halver
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Bei den Kindern überwiegt die Freude: Lockerungen in den Kitas machen den Alltag wieder normaler.

Der Regelbetrieb in den Kitas ist zurückgekehrt. Darüber freuen sich Erzieher, Kinder und Eltern. Doch trotzdem bleiben sie vorsichtig.

Halver – Wenn Gesang ertönt, dann ist das meist ein gutes Zeichen. Musik steht für Freiheit. Beides findet wieder so intensiv wie lange nicht mehr in den Halveraner Kitas statt.

„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein. Und dann nischt wie raus nach Wannsee“, singen die Kinder im Morgenkreis der DRK-Kita Juno. Das Lied soll den Kindern Mut machen, Mut zur Freude auf einen tollen Sommer, das Virus vergessen. So gut es geht. Das schöne Wetter hilft. Gute Laune ist angesagt. Auf dem Kita-Spielplatz geht die Post ab: Fußball, Sandkasten, Schaukeln und Holzstamm-Springen.

Die Hygienemaßnahmen sind geblieben

„Die Kinder freuen sich, wieder so unbeschwert singen und toben zu können. Corona hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt. Aber es ist noch nicht vorbei“, sagt Juno-Leiterin Petra Gelhart. Das Virus ist nicht verschwunden, die Hygienemaßnahmen sind immer noch die gleichen. Deshalb fällt jetzt manchmal mehr Arbeit an als vorher. Desto mehr Kinder spielen, umso mehr Spielzeug ist in Gebrauch. Teil für Teil muss desinfiziert werden. Entlastung dagegen schafft, dass wieder gruppenübergreifend gearbeitet werden kann.

153 Kinder besuchen die Kita an der Jugendheimstraße. Damit ist die Einrichtung die größte ihrer Art in Halver.

Trotz Lockdown: Es war immer was los

Trotz Lockdown: Es war immer einiges los in der DRK-Kita. Viele Eltern haben die Notbetreuung für ihre Kinder angenommen. „Aber nun sind wir wieder komplett, alle Gruppen vollzählig“, sagt Petra Gelhardt und strahlt. Viele Kinder, sagt Gelhardt, müssen sich erst einmal wieder an das Miteinander gewöhnen, an das Spielen mit anderen und sich an die Regeln zu halten. Zuhause hätten doch viele Kinder große Freiheiten genossen. Und Corona hat bei dem ein oder anderen Kind auch psychische Spuren hinterlassen. „Manche Kinder sind ernster geworden, durch die ernste Beschäftigung mit Corona“, bemerkt die Kita-Leiterin. Für viele der Vorschulkinder ist die derzeitige Situation eine Belastung, eine Überforderung. „Es passiert ja alles Knall auf Fall. Sie müssen sich jetzt hier plötzlich wieder eingewöhnen, und schon bald soll es in die Schule gehen“, sagt sie. Dazu haben die Kinder Fragen, die beantwortet werden müssen.

Umso wichtiger wird die Gestaltung der Verabschiedung der Vorschulkinder. Es wird ein toller Tag, eine tolle Verabschiedung mit vielen Überraschungen. So ähnlich wie in den vergangenen Jahren, verspricht Petra Gelhardt.

Alle Kinder sind wieder da.

Susanne Schöttler, Erzieherin im Spatzennest

„Über mir“ ertönt in der evangelischen Kita Spatzennest. Auch hier singen die Kinder wieder im Morgenkreis. „Alle Kinder sind wieder da“, sagt Erzieherin Susanne Schöttler und freut sich. 72 Kinder besuchen die Kita. Der Betrieb läuft im Spatzennest wieder relativ normal. Dazu gehört auch die Nachmittagsbetreuung, die wieder wie früher abläuft. Die Kinder werden nicht mehr getrennt. Zudem dürfen Geschwisterkinder wieder in getrennte Gruppen. „Während Corona durften Geschwister nur in die gleiche Gruppe, damit im Falle einer Infektion nicht mehrere Gruppen betroffen sind“, erklärt die Erzieherin.

Die Kinder haben Spaß im Außengelände.

Also alles fast wieder wie früher. Fast. Wären da nicht die Hygienemaßnahmen. „Der Bällepool ist das Einzige, das noch geschlossen bleiben muss. Zu reinigungsintensiv“, sagt Susanne Schöttler. Etwas anders als sonst wird auch die Verabschiedung der Vorschulkinder. Keine Fahrt, kein Ausflug. Dafür aber ein toller Tag mit etlichen Aktionen und Überraschungen.

Alles ist besser als Quarantäne

„Wie früher. Das Haus ist wieder voll. Und es wird auch wieder gesungen“, sagt Angelika Szymik. 68 Kinder besuchen die katholische Kita St. Nikolaus. „Die Kinder blühen auf“, fügt sie hinzu und freut sich. Aber bei aller Freude: Die Leiterin will lieber Vorsicht walten lassen anstatt übermütig zu werden. „Wir werden weiterhin die Gruppen strikt trennen und jetzt nicht leichtsinnig werden“, erklärt sie. Ein Erzieher für eine Gruppe. Gruppenübergreifende Arbeit also noch nicht. Im Notfall nur mit Schnelltest. „Wir müssen es ja nicht provozieren“, mahnt sie. Alles sei besser, als mit der gesamten Kita in Quarantäne zu müssen.

Und die Verabschiedung der Vorschulkinder? „Die werden gemeinsam unter freiem Himmel verabschiedet. Es wird ein besonderer Tag mit zahlreichen Überraschungen.“ Ein besonderes Lob hat Angelika Szymik für die Eltern parat: „Die Eltern haben uns toll unterstützt während der Notbetreuung im Lockdown.“ Die Zusammenarbeit mit den Eltern, ergänzt sie, stehe schon immer mit an erster Stelle in der Kita. Für die starke Einbindung der Eltern stehen die Erziehungspartnerschaften.

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