Hotel auf zwölf Quadratmetern

Aus Dreckecke wird Mini-Hotel - Umsetzung einer Idee im MK

Kiosk Missstand Mini-Hotel Innenstadt Halver Matthias Clever
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Vom Missstand zur Attraktion: Das ist der Plan, den Matthias Clever mit dem Kiosk in der Innenstadt von Halver verfolgt.

Aus einem innerstädtischen Missstand soll eine touristische Attraktion werden. „Das wahrscheinlich kleinste Hotel Deutschlands“ plant der Halveraner Matthias Clever am Kreisverkehr Bahnhofstraße/Frankfurter Straße.

Halver - Es geht um den seit Jahren leer stehenden Kiosk am Busbahnhof. Gegen den Begriff „Dreckecke“ hat Clever nichts einzuwenden. Zugemüllt und zugeklebt ist das städtische Gebäude. Die öffentlichen Toiletten sind außer Betrieb. Ein Schandfleck, mit dem manche Bürger sich durch alltägliche Gewöhnung arrangiert haben, anderen nicht. Zu ihnen gehört der Inhaber der Agentur „die von hier“, in deren Regie der Ex-Kiosk gerade umgebaut wird. Noch in diesem Jahr soll alles fertig sein.

Die Baustelle ist überschaubar. Es geht um ein Zimmer von zwölf Quadratmetern mit hochwertigem Badezimmer. Ein Doppelbett und ein Schreibtisch finden darin Platz. Stadtzentraler kann man in Halver nicht absteigen. Wer Hunger oder Durst verspürt, hat nahezu die komplette Halveraner Gastronomie fußläufig nebenan.

Ein Hotel auf zwölf Quadratmetern: Aus dem Kiosk in der Halveraner Innenstadt wird eine Unterkunft.

Mit der Idee trägt sich Clever, Ur-Halveraner, Kommunalpolitiker und im Nebenjob Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins Halver, schon länger. Jetzt macht er Nägel mit Köpfen. Bedingt durch das Coronavirus, ist das Vorhaben ein wenig ins Hintertreffen geraten. Aber wenn demnächst Türen und Fenster geliefert und eingebaut sind, ist ein wichtiger Schritt getan.

Was man dem winzigen Gebäude nicht ansieht: Die Bausubstanz ist nicht einmal schlecht. Die Dämmung gegen Kälte und Wärme ist in Ordnung, eine Fußbodenheizung hält im Winter das Minihotel warm. Bereits jetzt ist es mit den Isolierfenstern nicht laut. Mit einer Dreifachverglasung der neuen Tür und des bodentiefen Fensters zur Frankfurter Straße wird’s noch ruhiger. Alu-Rollläden und Gardinen sorgen für die nötige Privatsphäre.

Hotelzimmer und Unisex-Toilette für Busfahrer

Für das Minihotel wird dabei nicht einmal das gesamte Gebäude benötigt. Bestandteil des Zimmers wird die frühere öffentliche Damentoilette. Die für Herren wird umgebaut zur Unisex-Toilette für die Fahrer der MVG. Um die Unterhaltung kümmert sich Clever. Und das eigentliche Problem, der finstere Angstraum am verwinkelten Bau, soll gelöst werden mit viel Licht rundherum.

Matthias Clever aus Halver hat die Idee zum Mini-Hotel.

Ein Riesengeschäft erwartet sich Clever vom Projekt nicht. „Es soll sich gut tragen“, sagt der Investor, der einiges aus eigener Tasche investiert. Die Zielgruppe ist bunt gemischt. „Halver ist ein schöner Ort“, sagt er und hofft auf Tagestouristen, die die Landschaft erkunden wollen. Auch Familienbesuch ist natürlich willkommen, wenn’s denn an Platz fehlt, und Geschäftsleute, die für ein, zwei oder mehr Tage in Halver zu Gast sind, könnte das zentrale Angebot ebenso locken.

Und nicht zuletzt: Radfahren liegt im Trend. Sichere Fahrrad-Abstellplätze, vielleicht auch eine Garage für Räder sollen das Angebot für Radler rund machen – eine Anregung, die Clever aus dem Bauamt der Stadt mitnahm. Für ganz Hartgesottene hat er besondere Pläne: „Warum“, überlegt er, „eigentlich kein Kirmespaket?“

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