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Voller Ideen: Die neue Klimaschutzmanagerin in Halver hat Pläne

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Von: Sarah Lorencic

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Karla Luchterhandt kommt frisch von der Uni und möchte ihr Wissen für ihren neuen Job als Klimaschutzmanagerin nutzen.
Karla Luchterhandt kommt frisch von der Uni und möchte ihr Wissen für ihren neuen Job als Klimaschutzmanagerin nutzen. © Lorencic, Sarah

Fürs Foto zieht Karla Luchterhand den Blazer aus. Ihr Pulli ist leuchtend gelb, die Treppenstufen blau. Das passt gerade gut, sagt sie mit Blick auf die Geschehnisse in der Ukraine. Die 27-Jährige kümmert sich jetzt um ein weiteres Problem, das global relevant ist, aber mit vielen kleinen lokalen Schritten angepackt werden kann. Seit Montag ist sie die neue Klimaschutzmanagerin der Stadt Halver.

Halver – Beauftragt, das Klima zu schützen. Eine große Aufgabe, weiß die Gevelsbergerin. Aber sie ist voller Ideen und Tatendrang. Sie schützt die Umwelt privat, so gut es geht. Mit ihrem eigenen kleinen Gemüsegarten, mit bewusstem Essen und jetzt auch beruflich.

Im Grunde kommt Karla Luchterhandt frisch von der Uni. Ihren Bachelor in Geografie machte sie in Bochum, ihren Master in Bonn. Ihren Abschluss erhielt sie im November. Jetzt startet sie direkt durch. Geografie, sagt sie, hilft ihr in ihrem neuen Tätigkeitsfeld, denn Geografie verbindet die Zusammenhänge zwischen der Umwelt und dem Einfluss des Menschen.

Welchen Einfluss Menschen auf die Umwelt haben, hat Karla Luchterhandt schon in Kindestagen hinterfragt. Immer in der Natur unterwegs wurde sie früh zu einer Klimaschützerin. Mittlerweile ist Klimaschutz eine Art Trend geworden. Und das sei auch gut. „Wer hätte gedacht, dass der Jutebeutel wieder modern wird?“, sagt sie und lacht. Aber man müsse auch aufpassen. Nicht alles, was als „grün“ verkauft wird, ist es auch.

Auf eine andere Art wird Klimaschutz auch oft mit Verzicht in Verbindung gebracht. In Bezug auf das gesamte Leben. „Man soll das Leben auch genießen“, sagt die 27-Jährige. Aufs Reisen verzichtet sie familiär bedingt zum Beispiel nicht. Ihre Mutter kommt aus Spanien, und ab und zu ist es auch das Flugzeug, das sie zur Familie bringt. Im Urlaub selbst aber wandert sie in der Natur und „mit dem Backpack von Hostel zu Hostel“.

Spanien ist ihr Lieblings-Reiseziel und ein Teil ihrer Identität. Es ist aber auch das Land, das am stärksten vom Klimawandel betroffen ist. Schuld ist hier auch der Tourismus und der Anbau von Gemüse und Obst. Der Einfluss des Menschen ist hier klar zu sehen. Je sichtbarer der Wandel ist, desto mehr Akzeptanz versprechen sich Klimaschützer – auch Karla Luchterhandt. „Wir müssen klimafreundlicher werden.“

Egal, worum es geht, ihr ist es wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen. Deswegen geht es ihr ums Vernetzen. Sie will an den Schulen aktiv werden und mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen, aufklären. Sie will mit den Politikern und Unternehmern der Stadt sprechen und ein Bindeglied sein für die Belange aller. „Bei mir läuft alles zusammen“, sagt sie.

Als Privatperson kann man nicht jedes Problem alleine lösen, aber man sollte das Beste aus den Informationen machen, die man hat, sagt Luchterhandt. Die bereits bei ihrer Vorgängerin Diane Novakovic eingeführte Klimasprechstunde will auch sie wieder einführen. Denn egal, worum es geht, ihr ist es wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen. Deswegen geht es ihr ums Vernetzen.

Themen, die ihr für Halver besonders wichtig sind, sind zum einen der Ausbau erneuerbarer Energien. Mit Blick Richtung Russland und auf fossile Brennstoffe sollte der Ausbau einmal mehr beschleunigt werden.

Noch näher dran als der Krieg ist das Sterben der Wälder durch die Trockenheit und den Borkenkäfer. Karla Luchterhandt weiß um den Wert der Wälder für die Menschen, die hier leben, aber eben auch um die wichtige Rolle in der Umwelt.

Auch Mobilität ist ein großes Thema in der Region. Die Menschen sind aufs Auto angewiesen, aber Karla Luchterhandt möchte Möglichkeiten finden, „das Ganze grüner zu gestalten“. Der Ausbau von Radwegen bleibt dabei ebenfalls ein Thema.
Ihr Job wird sein, das Klimaschutzkonzept der Stadt Halver umzusetzen. Ein erster Blick in das 278 Seiten starke Konzept verspricht viel, sagt sie.

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