Volkshochschulteam stellt neues Programm vor – und blickt traurig zurück

Virus lässt VHS-Angebot schrumpfen

Volkshochschule Volmetal - Görnig - Berchter - Aysegül
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Bei der Vorstellung des Programms hatten Marion Görnig (Mitte) und ihre Kolleginnen Kathleen Berchter (links) und Aysegül Altun gehofft, mit Alltagsmaske und Abstand durchs Semester zu kommen.

Von den rund 6000 Unterrichtsstunden pro Semester und den 260 Kursen der Volkshochschule Volmetal sind in Corona-Zeiten etwa 3200 Stunden in 200 Kursen übrig geblieben. Besonders die Einzelveranstaltungen habe es hart getroffen, sie mussten abgesagt und nicht nur einmal verschoben werden. „Das tut uns in der Seele weh“, sagt Marion Görnig, Direktorin der Volkshochschule (VHS) Volmetal, mit Blick darauf, dass viele dieser Veranstaltungen ausgebucht waren.

Halver - Aber es bleibt dabei: „Wir arbeiten dafür, dass die Leute zu uns kommen und etwas stattfindet“, sagte Görnig bei der Vorstellung des neuen Programms für das erste Semester 2021, das sich kaum von dem unterscheide, dass die VHS vor der Corona-Pandemie angeboten habe. Auf der einen Seite sehen Görnig, Kathleen Berchter und Aysegül Altun den Einsatz der digitalen Werkzeuge als positive Erweiterung. Andererseits „lebt die Volkshochschule von der Begegnung; die sozialen Kontakte gehören dazu“.

Die Pandemie, so Kathleen Berchter, habe aber auch dazu geführt, dass man lernt, mit dem Computer umzugehen. Seit dem vergangenen Sommer liefen Schulungen der Dozenten für Online-Kurse ebenso wie Techniktests. Von den 48 Kursen, die bis zum vergangenen Dienstag noch laufen konnten, wurden zwölf digital durchgeführt, andere teils in Präsenz, teils über das Internet.

Ebenso gehört dazu, dass für VHS-Unterrichtsräume elektronische Boards angeschafft wurden, um alle Unterrichtsmöglichkeiten ausschöpfen zu können. Gleichwohl haben Marion Görnig, Aysegül Altun, Kathleen Berchter und die Zweigstellenleiter von Schalksmühle, Halver, Kierspe, Meinerzhagen und Herscheid nach dem Prinzip Hoffnung und unter dem Motto „Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben“ (Eleanor Roosevelt) ein Programm auf die Beine gestellt, das „wir nicht als Online-Kurse ausschreiben“.

Streamingvorträge

Auch wenn es beispielsweise zwei Streamingvorträge geben wird und viele Kursleiter motiviert seien, sich für Online-Kurse fortzubilden, so „hat sich nichts geändert. Wenn es nicht geht, finden wir andere Wege“, sagen die VHS-Verantwortlichen, dass man hofft, Präsenzveranstaltungen durchführen zu können. Wohlwissend, dass man von den Schutzverordnungen abhängig ist und „es auch nicht ohne Blessuren abgeht“. Daher hat man sich Gedanken gemacht, eine Reihe von Veranstaltungen ins späte Frühjahr beziehungsweise in den Sommer des nächsten Jahres verlegt. Ebenso gebe es die Möglichkeit, den Semesterbeginn, der für den 15. Februar geplant ist, um einen Monat auf den 15. März zu verschieben. Dann gebe es eben eine paar Kursstunden weniger. Man müsse eben sehen, unter welchen Konditionen alles laufen könne. Mut macht der VHS-Direktorin und ihren Stellvertreterinnen die Anmeldezahlen aus dem vergangenen September. „Die waren sehr gut, wir hätten über 6000 Unterrichtsstunden erreicht“, erläutert Görnig.

Der Lockdown light und nun die Schließung machten dem einen Strich durch die Rechnung. Wichtig sei nun, dass sich alle Interessierten über das neue Programm – online ist es frei geschaltet und das Heft liegt an vielen bekannten Stellen aus – informieren und sich bis zum 5. Februar anmelden und damit ihr Interesse zeigen, an einem Kurs oder Veranstaltung teilzunehmen.

300 Kursangebote im Heft

Das neue Programmheft gibt es zwar in einer um 1500 Stück verringerten Auflage, doch es enthält nach wie vor rund 300 Angebote in den Bereichen Forum, Lebenswelt, Kultursaison, Sprachenwelt und Berufszentrum. Die Werkstatt Geschichte, erweitert um Wanderungen durch Kierspe, ist ebenso im Programm wie „Smart Democracy“-Veranstaltungen (Digitalisierung der Gesellschaft), ein Vortrag mit Film über jüdisches Leben in Argentinien von Corinna Below, die Vorstellung der Teilnehmer im Einkaufsführer Oben an der Volme und die Besichtigung der solidarischen Landwirtschaft auf dem Hof Woeste.

Ebenfalls zu den besonderen Angeboten zählt „Inszeniertes Lesen – Vorlesen wie im Hörbuch“ sowie „– Vor dem Mikrofon“ oder die Workshops Kurzfilme sowie Songwriting und die literarische Wanderung beim Wald- und umweltpädagogischen Zentrum Heed. Schließlich sollen auch die Ausstellung „An die Schönheit – Stars der Sammlung“ in Wuppertal besucht und sich auf die Herbst-Studienreise nach Island (hier sind nur noch wenige Plätze frei) vorbereitet werden.

Sprachkurse bleiben fest im Programm

In vielen Bereichen habe sich gegenüber der Vergangenheit nicht viel geändert, das gilt besonders auch für das umfangreiche Angebot der Sprachkurse, das im nächsten Semester wieder Griechisch und ebenso Kroatisch in Kierspe enthält. „Nur Singen für Leib und Seele können wir nicht anbieten“, bedauert Aysegül Altun. Dafür nimmt nachhaltige Umweltpolitik einen größeren Rahmen ein: So will man gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Kierspe das Thema nachhaltiges Geldanlegen noch einmal aufgreifen. Auch die grüne Hausapotheke gehört sicherlich zu den Umweltthemen.

Etwas hat sich aber durch das Coronavirus doch geändert: Die Datenbank der VHS ist auf eine geringere maximale Teilnehmerzahl modifiziert worden. Was auch zur Folge hat, dass die Gebühren sich erhöhen, weil weniger Teilnehmer in den jeweiligen Kursen sind.

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