„Wir wollen die Umwelt schützen“

Kereen Karst will die Umwelt schützen. - Foto: Peuckert

Halver -  Pestizide, um das Unkraut zwischen den Tannenbäumen zu beseitigen, sind bei Volker Grüber tabu. Sein Hof in Halverscheid bietet im zweiten Jahr Bio-Weihnachtsbäume an. Dabei setzt Grüber auf die Natur und auf echte Handarbeit.

Auf einer Fläche von knapp 19 Hektar stehen reihenweise Nordmanntannen. Wenn die Bäume aus der Baumschule geholt werden, seien sie zehn Zentimeter groß und drei Jahre alt. Per Hand würden sie dann eingepflanzt. „Wir stehen mit vier Mann auf einem Gestell, das an einem Traktor befestigt ist. Dann stecken wir jeden Baum einzeln in die Erde“, erklärt Kereen Karst, die ihrem Mann Volker tatkräftig zur Seite steht.

Die Nordmanntannen werden im ausreichenden Abstand zueinander gepflanzt. Damit biete der Zwischenraum genug Platz für Unkraut. Gegen den unerwünschten Bewuchs werde bei der normalen Tannenbaumzucht mit Pestiziden vorgegangen, sagt Karst. Das komme bei Bio-Tannenbäumen jedoch nicht in Frage. Stattdessen werde ein Mäher eingesetzt, der Reihe für Reihe abfährt, um das ungewollte Grün zu entfernen. Zusätzlich liefen Helfer mit sogenannten Gabeln die Reihen ab, um die Zweige jedes einzelnen Baumes vom Unkraut zu befreien. Das mache Mehrkosten von 2 bis 5 Euro pro Baum aus, erklärt Karst.

Ein Aufwand, der sich aus Sicht von Volker Grüber lohnt. Seit 20 Jahren verkauft er Weihnachtsbäume. Schließlich habe er beschlossen, auf Bio umzusteigen, um etwas für die Umwelt zu tun. Weltweit würden zu viele Pestizide verwendet. Die Erde könne das nicht ewig verkraften. „Für unsere Erde ist das auf Dauer ein Problem“, sagt Karst. Mit dem Anbau von Bio-Bäumen und den dafür nötigen Verzicht auf chemische Hilfsmittel wollen Volker Grüber und Kereen Karst ihren Beitrag dazu leisten, die Erde zu entlasten und damit die Umwelt zu schützen. „In Deutschland gibt es derzeit etwa 50 zertifizierte Betriebe, die Bio-Bäume anbieten. In Nordrhein-Westfalen sind wir die Dritten und im Märkischen Kreis die Einzigen“, erklärt Karst.

Inzwischen kämen viele Kunden zu ihnen, um einen Bio-Weihnachtsbaum zu kaufen. Zu ihnen gehört auch Michael Marquard. In einem Fernsehbeitrag habe er gesehen, wie viele Pestizide bei Tannenbäumen verwendet werden. Danach habe er beschlossen, auf Bio-Bäume umzusteigen. Und so steht in diesem Jahr erstmals ein nicht behandeltes Exemplar bei ihm im Wohnzimmer. - jape

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