Seit Montag müssen am Kreisch mehr als 1000 Gänse drinnen bleiben

Vogelgrippe: Stallpflicht bringt Geflügelhöfe in Not

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Normalerweise wären die Gänse auf der Weide auf dem Geflügelhof Gieseker. Mit der Verpflichtung zur Aufstallung muss Berthold Johanngieseker Platz für mehr als 1000 Tiere schaffen. Und mit dem steigenden Aufwand sinkt die Wirtschaftlichkeit.

Halver - Ab sofort muss Geflügel im Gebiet der Stadt Halver im Stall bleiben. Wegen der sich ausbreitenden Vogelgrippe wurde ein sogenanntes Aufstallgebot erlassen.

Enten, Gänse, Hühner und Puten müssen im Stall gehalten werden. Für die Tiere sei dies nicht gut, sagt dazu Ottfried Ferber, Vorsitzender des Kreisverbandes Mark der Rassegeflügelzüchter. 

Die Tiere dürften im Regelfall frei laufen, die Ställe seien nur für die Nacht gedacht. Kreisweit gilt zudem ein Ausstellungsverbot, um eine mögliche Verbreitung der Vogelgrippe zu verhindern. Glück hatten die Züchter insofern, weil die meisten Schauen noch rechtzeitig ausgerichtet werden konnten. Lediglich eine Schau in Altena habe abgesagt werden müssen. 

In Halver war kürzlich erst Rassegeflügel in Oberbrügge und an der Heesfelder Mühle ausgestellt und bewertet worden. Wie lange die Auflagen gelten, ist nach Einschätzung Ferbers nich genau abzusehen. In der Regel würden sie kurz nachdem Ende des Vogelzugs aufgehoben, der Mitte bis Ende des Januars abgeschlossen sein dürfte.

Für „völlig überzogen“ hält Berthold Gieseker die Maßnahme des Kreises. Auf seinem Geflügelhof am Kreisch muss er kurzfristig mehr als 1000 Gänse im Stall unterbringen, die ansonsten freilaufend das Weideland bevölkern würden. Denn der Virus sei zum einen noch bei keinem Menschen nachgewiesen worden. Zum anderen werde er bei der Zubereitung in der Küche abgetötet.

Das sieht man bei der Gasttronomenfamilie Funke vom Restaurant Berkenbaum ähnlich, die seit Jahrzehnten Kunden des Geflügelhofs ist. Doch die Gäste seien informiert „und loben unseren Gänsebraten“. So bleibt es dabei, die Produkte möglichst aus der Region zu beziehen, sagt Christine Funke.

Ganter werden aggressiv

In wirtschaftlicher Sicht hart getroffen ist aber Gieseker. Der Aufwand bei der Stallhaltung steige, die geschlechtsreifen Ganter würden aggressiv. „Die Aufstallpflicht schädigt uns und meine Tiere“. Informationen, wann die Gänse wieder ins Freie dürfen, hat er nicht. „Wenn die uns hier fünf Monate einsperren, mache ich das nicht weiter.“ Immerhin hat Gieseker die Möglichkeit, seine Gänse unterzubringen. Viele Kollegen allerdings hätten das nicht. „Ich habe keine Ahnung, wie die das dann machen.“

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