Corona in Halver

Villa-Pläne auch im Lockdown: Jana Eilhardt lässt sich nicht unterkriegen

Verlängerung angezeigt: Drei bis vier Wochen nach dem Ende des Lockdowns soll die Ausstellung Wald & Wild noch zu sehen sein.
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Verlängerung angezeigt: Drei bis vier Wochen nach dem Ende des Lockdowns soll die Ausstellung Wald & Wild noch zu sehen sein.

Ihr erstes Jahr als Kuratorin der Villa Wippermann war gezeichnet vom Pandemie-Betrieb. Das war für Jana Eilhardt im Januar 2020 nicht absehbar. Der Unterschied zu 2021: Diesmal steht schon zu Beginn fest, dass Corona das bestimmende Vorzeichen der Ausstellung des Regional- und Heimatmuseums sein dürfte.

Halver - Die Halveranerin, die ihr Programm 2021 am kommenden Montag im Kulturausschuss vorstellen will, möchte sich zwar von den Beschränkungen in ihren Plänen nicht zurückwerfen lassen. Doch vor den wechselnden Veranstaltungen in der Fabrikantenvilla an der Frankfurter Straße stehen schon einige Fragezeichen.

Wie lange dauert der Lockdown? Diese Frage bestimmt beispielsweise, ab wann die Besucher die noch aufgebaute Ausstellung „Stoffgeschichten“ der Gildegruppe Stoffwechsel aus Lüdenscheid sehen können. Kinder und viele Besucher, die mit der Kunst des Quiltens ansonsten wenig anzufangen wissen, zeigten sich jedenfalls begeistert. „Ende Lockdown + 3 - 4 Wochen“ hat Jana Eilhardt an diesen Programmpunkt geschrieben.

Viele Pläne

Das schlägt sich auch nieder auf das nächste Projekt, das „im Anschluss 2 - 3 Monate“ laufen soll. „Mein Platz im Leben“ ist ein Projekt des Bildungsträgers Nestor aus Kierspe. Sechs junge Menschen haben sich unter künstlerischer und pädagogischer Anleitung der Gestaltpädagogin Anna Wagner daran gemacht, eine kreative Standortbestimmung in ihrem Leben vorzunehmen. Für sechs junge Menschen ist es eine mutige Auseinandersetzung mit ihrem Leben, die filmisch und bildnerisch dokumentiert wird.

Weiter geht’s mit „geplant, evtl. verschieben >22“ mit dem international renommierten Zeichner und Maler Hans-Ruprecht Leiß aus Flensburg. „>22“ heißt in diesem Fall, dass seine Ausstellung „Aus der Farbstiftküche“ in die 22. Kalenderwoche auf Anfang Juni rutschen könnte – oder sogar ins Jahr 2022?

„Mein Platz im Leben“ – junge Erwachsene haben in einem künstlerisch-pädagogischen Projekt persönliche Standortbestimmungen vorgenommen.

Völlig ungelegen käme ihr eine Verschiebung nach hinten nicht, räumt Jana Eilhardt im AA-Gespräch ein. Denn zurzeit und in den kommenden Monaten fräst sie sich durch 120 Jahre des Allgemeinen Anzeigers, um die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Halver für eine große Ausstellung im ganzen Haus zu dokumentieren. „140 Jahre FFW Halver“ heißt ihr eigenes Projekt, in das sie seit zwei Jahren zwei bis drei Stunden tägliche Arbeit steckt – um in einer Woche einen Jahrgang der Zeitung zu sichten.

Je nach Pandemielage könnte es sein, dass dieses große Vorhaben auch bis zum Jahresende läuft. Dann könnte die Vorstellung des künstlerischen Werks der Halveranerin Brigitte Winkhaus (1936 bis 2013) schon ins Folgejahr gelegt werden. Sie hat durch die Verwandtschaft mit Gustav Adolf Wippermann einen direkten Bezug zur Villa und ihrer Geschichte, die in der Ausstellung erzählt werden soll. Kuratiert wird sie in Zusammenarbeit mit Dr. Axel Wippermann.

Weihnachtlich wird es für Kinder und Eltern zum Jahreswechsel hin. „Kinder morgen wird’s was geben“ ist der Projekttitel für eine vorweihnachtliche Ausstellung historischen Kinderspielzeugs – in Kontrast gesetzt zu den gemalten, gefilmten oder gebastelten Wunschzetteln heutiger Kinder.

„Wald & Wild“, die aufwendige Ausstellung in Kooperation mit dem Baumverein und Heimatverein Halver, der Forstbetriebsgemeinschaft und dem Hegering, soll auch nach dem Ende des Lockdowns noch drei bis vier Wochen zu sehen sein. Im Anschluss geht es im Heimatmuseum um Ehrenbürger und Straßenrätsel mit Fotos aus dem Nachlass von Alfred Jung (1895 bis 1980), dem Halveraner Fabrikanten und Heimatforscher. Und auch von September bis November dürfte sich ein Gang ins Obergeschoss der Villa lohnen. Dann zeigt Peter Bell selber seine Fotos aus der Reihe „Ist das Halver?“

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