Halveraner rüsten bereits auf Winterreifen um

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Automechaniker Louis Harbord von Reifen Blisginnis hat bereits richtig viel zu tun. Viele Halveraner beginnen Anfang Oktober damit, auf Winterreifen umzurüsten. Bis Anfang Dezember rechnet er mit mehreren hundert Autos, auf die er die Winterpneus aufziehen wird.

Halver - Zur Zeit herrschen noch relativ milde Außentemperaturen von über zehn Grad, jedoch kann sich dies erfahrungsgemäß schnell ändern. Spätestens, wenn der erste Bodenfrost einsetzt, sollten Berufspendler und Vielfahrer ihre Sommerreifen gegen wintertaugliche Pneus wechseln. Wann beginnen die Halveraner damit? Der Allgemeine Deutsche Auto-Club (ADAC) empfiehlt hierfür den Zeitraum „Oktober bis Ostern“ (O bis O).

„Auch mit Sommerreifen verliert der Fahrzeugführer nicht automatisch den Versicherungsschutz“, weiß Peter Thissen von der Provinzial Versicherung. „Bei Pflichtverletzungen des Versicherten bleibt die Haftpflicht definitiv erhalten.“ Oft würde geprüft, ob im Schadensfall eine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. „Sollte dies der Fall sein, kann es sein, dass der Kaskoschutz verringert wird oder der Verursacher in Regress genommen wird“, so Thissen. In Nordrhein-Westfalen sei man mit Ganzjahresreifen auf der sicheren Seite, jedoch empfiehlt der Versicherer richtige Winterreifen mit mindestens vier Millimeter Reifenprofil. Einfach nachprüfbar ist das mit einer Euro-Münze: Wenn der goldene Rand verschwindet, ist genügend Profil vorhanden.

Auch die Polizei achtet in den Wintermonaten ab der ersten Glätte auf den Straßen verstärkt auf die korrekte Bereifung der Verkehrsteilnehmer. „Es kommt immer wieder vor, dass nicht angepasste Bereifung zu Unfällen führt“, sagt Marcel Vormann, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers. „Bei Glätte, Schneematsch und geschlossener Schneedecke sind seit 2010 Winterreifen - mit mindestens noch 1,6 Millimetern Profil - gesetzlich vorgeschrieben. Eine Missachtung kostet 60 Euro Bußgeld.“ Sollte der Fahrer mit seinem Auto liegen bleiben oder andere Verkehrsteilnehmer behindern, sind sogar 80 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg die Konsequenz.

Wie verhalten sich die Halveraner Bürger, wenn Eis und Schnee drohen? „Für mich gilt als Anhaltspunkt die „O bis O“-Regel. Ab Mitte Oktober werden jedes Jahr die Reifen gewechselt“, sagt Siegfried Vogel stellvertretend für viele Autofahrer, die aufMatsch- und Schnee (M+S)-Reifen im Winter setzen.

Die Reifenexperten, wie zum Beispiel Roland Paape vom Reifen- und Autoservice Barec, können dies bestätigen: „Weniger als fünf Prozent der Kunden kaufen bei uns Ganzjahres-Reifen. Diese Pneus sind eher für Regionen wie der Niederrhein geeignet“, so Paape. Dort herrsche ein milderes Klima im Winter. Als Empfehlung gibt er an seine Kunden weiter, sich beim Kauf für Markenreifen mit Qualitätssiegel (Schneeflockensymbol) zu entscheiden. „Es ist durch Tests nachgewiesen, dass sich der Bremsweg bei Billigreifen erheblich verlängert. Auf jeden Fall sollte ein Experte die Räder vorm Montieren auswuchten.“ Von der „O bis O“-Regelung hält Paape nichts, denn das Wetter sei sehr variabel. „Die Halveraner haben, auch ohne Gesetzespflicht, ein gutes Gefühl dafür, wann die Winterreifen aufgezogen werden müssen.“

Zu Qualitätsreifen rät auch Birgit Blisginnis vom gleichnamigen Autoservice. „Vier Millimeter Profil sollte der Reifen für den Winterbetrieb haben“, sagt sie und empfiehlt für Vielfahrer ebenfalls Markenreifen. „Ganzjahresreifen eignen sich eher für Wenigfahrer und Muttis Einkaufswagen auf Kurzstrecken. Man geht im Winter auch nicht mit Sandalen nach draußen.“

Von Benny Finger

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