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Tote Brieftauben im MK gefunden - Füße abgetrennt

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Von: Florian Hesse

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Getötete Brieftaube im Bolsenbach bei Halver
Getötete Brieftaube im Bolsenbach © Münster

Wer bringt mindestens vier gesunde Brieftauben um, schneidet ihnen die Beine ab und schmeißt sie in den Bach? Diese Frage stellt sich für eine Spaziergängerin, die am Dienstagnachmittag die Kadaver fand, und ebenso für den Tierarzt Walter Eichert.

Halver - Katja Münster entdeckte die Tiere auf ihrer Hunde-Runde unweit des Lauftreffs Büchermühle. Am Brückenfuß am Bolsenbach, kurz bevor er in die Ennepe mündet, lagen die Vögel im Bachbett neben dem derzeitigen Rinnsal. Eine weitere tote Taube, von der nicht klar ist, ob sie dem Vorgang zuzuordnen ist, lag auf der Fahrbahn, aber bereits überfahren.

Um den Fund einordnen zu können, verständigte sie den Tierarzt Walter Eichert in seiner Praxis in der Nähe der Fundstelle, der sich der Sache annahm; zum einen aus dem tierschützerischen Aspekt heraus, zum anderen, um auszuschließen, dass es sich um eine übertragbare Krankheit wie die Geflügelpest handeln könne.

Vögel gesund und gut ernährt

Eichert bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung den Sachverhalt. Die Tauben hätten sich in gutem Nährzustand befunden und keinerlei Anzeichen von Krankheit aufgezeigt. Jeweils ein Fuß, fachlich der sogenannte Ständer, sei den Tauben sauber amputiert worden. Der Tierarzt geht von einer Zange beziehungsweise einer Gartenschere aus und vermutet und hofft, dass die Tiere zum Zeitpunkt der Operation bereits tot gewesen sein dürften.

Eicherts weitere Erkenntnis: Es handele sich eindeutig nicht um Wild-, sondern um Brieftauben, die am Bach abgelegt beziehungsweise von der kleinen Brücke heruntergeworfen worden seien. Die Amputation könne erfolgt sein, um die Beringung der Tiere zu entfernen, die Rückschlüsse auf den Eigentümer zugelassen hätte.

Tötungsweise unklar

Unklar sei auch für ihn die Weise, wie die Vögel getötet wurden. Die Leichenstarre habe bei seinem Eintreffen bereits eingesetzt. Und ebenso unklar ist für Eichert, warum der Täter die Tiere ausgerechnet in einem Bach habe entsorgen wollen.

Trotz des ungewissen Hintergrunds ist eines sicher: Mit der Tötung der Brieftauben liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Dessen erster und zentraler Paragraf lautet: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ In Paragraf 2 geht es weiter mit dem Satz: „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.“ Auch die Strafen sind im Gesetz geregelt: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet...“

Das alles aber wird nicht greifen, so lange kein Täter ermittelt werden kann. Von Taubenzüchtern wird berichtet, dass sich einzelne unter ihnen der Tiere entledigen, die für die Zucht nicht taugen, weil sie die erhofften Leistungen bei Wettbewerben nicht erbringen. Das allerdings sei in den Kreisen der Züchter verpönt. „Kümmert sich der Besitzer nicht ordnungsgemäß um seine Taube, sollte er dem Verband gemeldet werden. Das Ehrengericht des Verbandes verfolgt Angelegenheiten dieser Art“, heißt es auf der Plattform brieftaube.de.

Anzeige ist Informationen unserer Zeitung zufolge nicht erstattet worden. Hinweise würde aber ungeachtet dessen auch die Polizei Halver, Tel. 0 23 53/9 19 90, entgegennehmen, hieß es auf Nachfrage bei der Wache.

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