Viele Prachttiere – aber auch große Zukunftssorgen

Dietmar Osenberg, Heinz Prumbaum und Ernst Windhövel (von links) erhielten für ihre Tauben Spitzenbewertungen.

OBERBRÜGGE ▪ Mehr als ordentlich präsentierten sich die insgesamt 377 Tauben bei der 36. Sauerlandschau des Rassetauben-Zuchtvereins Sauerland am Wochenende im Bürgerhaus Oberbrügge. Dabei räumten die Züchter mit ihren Tieren mehr als 150 Preise ab.

Besonders stachen dabei Dietmar Osenberg, Heinz Prumbaum und Ernst Windhövel hervor, deren Tauben mit 97 Punkten eine Spitzenwertung und damit den Landesverbandsehrenpreis erhielten. Aber auch die übrigen 24 Züchter, die in Oberbrügge ausstellten, erhielten mindestens einen der vielen Preise.

Und nicht nur bei den Auszeichnungen hatte die Sauerlandschau nach einjähriger Pause – im Vorjahr war die Veranstaltung abgesagt worden – bei der Wiederbelebung viel zu bieten. Besonders im Mittelpunkt standen dabei Orientalischen Roller, denen gar eine eigene Gruppenschau gewidmet wurde. „Insgesamt sind wir mit der Schau sehr zufrieden, hoffen aber noch auf den einen oder anderen Besucher mehr“, sagte Dietmar Osenberg vom Zuchtverein Sauerland schon vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung durch Bürgermeister und Schirmherr Dr. Bernd Eicker am Samstag.

Trotz des positiven Gesamteindrucks haben die Rassetauben-Züchter auch mit Problemen zu kämpfen. Stellten die Züchter vor zwei Jahren noch mehr als 500 Tiere aus, sank die Zahl dieses Mal auf 377 Tauben. „Es gibt nicht mehr so viele Züchter wie früher. Die Gründe dafür sind recht unterschiedlich. Für Auswärtige ist es nicht gerade billig und leicht, die Tiere zu einer Schau zu bringen. Zudem sind manche noch verärgert, dass es im Vorjahr keine Sauerlandschau gab“, erklärte Osenberg. Hinzu komme der Aufwand für die Organisatoren. Um diesen gering zu halten, hatten die Taubenzüchter in diesem Jahr extra Kräfte engagiert, die die Sporthalle nach der Schau desinfizierten und wieder für den Schulsport herrichteten. Denn: Viel Zeit blieb den Züchtern dazu nach dem Ende der Schulferien nicht.

Das größte Problem sieht Osenberg jedoch in dem fehlenden Nachwuchs. „Nach unserer Generation haben sich die Interessen verändert. Für die Taubenzucht finden sich immer weniger Menschen, was eigentlich sehr schade ist. Junge Züchter gibt es heute kaum noch“, beschreibt er die Situation.

Was diese Entwicklung in der Praxis bedeutet, zeigte sich auch am Wochenende in Oberbrügge. Dort war der elfjährige Jan-Phillip Blarr aus Schwelm der einzige aktive Jungzüchter. „Durch meinen Vater, der Brieftauben züchtet, bin ich von Tauben fasziniert. Aber die Zuchttauben gefallen mir deutlich besser als normale Brieftauben“, erzählt der Jugendliche, der vier Rassen in seiner Zucht aufweist, stolz. Ähnlich wie auch die älteren Züchter hofft der Junge auf mehr Nachwuchs. Denn eines ist für ihn klar: „Taubenzüchten macht einfach Spaß.“ ▪ Wesley Baankreis

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