Nach Kürbismarkt-Absage

Viele Kürbisse und keine Märkte: Viele Früchte bleiben einfach auf dem Feld

Kürbismarkt, Halver, Heesfelder Mühle
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Kein Kürbismarkt in 2020: Die dritte Auflage muss auf das kommende Jahr verschoben werden.

Der Kürbismarkt am 3. Oktober ist abgesagt. Corona macht der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung. Viele Kürbisse können so nicht an den Mann oder die Frau gebracht werden - oder?

Halver – Peter Viertmann blickt über sein acht Hektar großes Feld voller reifer Kürbisse. „Wir haben sonst 40 Märkte im Jahr, auf denen wir nur Kürbisse und Blumen verkaufen. Davon sind nur noch drei kleinere Märkte übrig geblieben“, zieht er die traurige Bilanz. Der Obst- und Gemüse-Landwirt aus Werl ist nicht nur Mitorganisator des Halveraner Kürbismarktes, sondern bietet auch den größten Teil der Kürbisse dort an. Zumindest war das der Plan.

„Bis Freitag habe ich noch mit Teresa Schabo hin- und hergeschrieben, weil wir immer noch gehofft haben, dass der Markt stattfinden kann“, erklärt er. Letztendlich fiel jedoch auch dieser Markt der Corona-Pandemie zum Opfer. Und was passiert nun mit den Kürbissen?

Maximal ein Drittel der Kürbisse, die auf dem riesigen Feld auf die Ernte warten, wird bald einem Kunden gehören. „Wir ernten diesmal nur die Kürbisse, die auch verkauft werden können“, sagt Viertmann. „Den Rest lassen wir als Dünger liegen. Wenn alle gepflückt würden und in der Halle lagern, um sie an den Großhandel zu verkaufen, dann verliere ich dabei nur.“

Helfer leiden unter Ausfällen

Auch die Helfer, die sich im Herbst gutes Geld mit Kürbisernte und Blumenbinden verdienen, müssen unter dem Ausfall der Märkte leiden: „Wir mussten die Notbremse ziehen und haben von den acht Helfern nur vier kommen lassen.“

Um wenigstens noch einige Kürbisse verkaufen zu können, musste sich der Landwirt etwas einfallen lassen. „Ich stehe jetzt jeden Freitag in Neheim in der Fußgängerzone und in Hamm vor zwei Einkaufshäusern, wo ich Kürbisse und Blumen verkaufe.“ Auch in seinen beiden Hofläden werden noch ein paar der Früchte angeboten.

Wenn die Kürbisse auf dem Feld bleiben, müssen wir im nächsten Jahr nicht so viel Dünger streuen.

Peter Viertmann, Kürbisbauer

Es sei schon eine traurige Sache, wenn man etwas anbaut, was man hinterher nicht verkaufen könne, gibt Peter Viertmann zu, doch das mache ihn nicht zu einem Pessimisten. „Wenn die Kürbisse auf dem Feld bleiben, müssen wir im nächsten Jahr nicht so viel Dünger streuen, weil wir den Humus dann schon in der Erde haben“, zieht er noch etwas Positives aus der Misere.

Jedes Jahr vor dem 3. Oktober war Halver mit Kürbissen dekoriert. Dieses Jahr ist es wegen Corona nicht so. 

Doch in diesem Jahr wird das fröhliche Gemüt des Kürbis-Königs auf die Probe gestellt: „Wir haben in Winterberg noch einen schönen Markt aufgezogen. Da habe ich noch einen 15-Meter-Anhänger hingestellt. Aber bei der Anfahrt gab es einen Motorradunfall, und die Straße wurde für drei Stunden gesperrt.“

Trotz der Kürbis-Krise muss der Landwirt nicht um seine Existenz bangen. Sein Hauptgeschäft liegt im Verkauf von Obst und Gemüse, das er täglich auf Wochenmärkten anbietet. „Die Wochenmärkte durften zum Glück auch während des Lockdowns öffnen“, sagt Peter Viertmann. Trotzdem freut er sich bereits auf das kommende Jahr, besonders auf den Herbst. „Wir sind auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei. Dann bringen wir auch wieder neue Ideen mit, auf die sich die Besucher schon freuen können.“

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