Weihnachtsgeschäft auf dem Wochenmarkt könnte besser sein

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Es weihnachtet sehr – sogar auf dem Wochenmarkt. Karsten Radtke ließ es sich nicht nehmen eine Weihnachtsmütze anzuziehen. Mit den Umsätzen in diesem Jahr ist er weitestgehend zufrieden. Seine Kollegen bei Fisch, Obst und Gemüse verzeichnen immer mehr Verluste.

Halver - Dass der Wochenmarkt nicht mehr so gut besucht ist wie früher, ist nichts Neues. Bei Regen, Wind und Kälte ließen sich am Freitag dennoch viele Stammkunden nicht von ihrem Markteinkauf für Weihnachten abhalten.

Das Geschäft für die Händler fällt jedoch sehr unterschiedlich aus. Unter vielen bunten Regenschirmen verbargen sich auf dem Markt einige Halveraner, die die letzten Einkäufe vor Weihnachten erledigten. Auf so viel Kundschaft wie im Supermarkt warten die Markthändler jedoch vergeblich. 

Auch vor Weihnachten ist der Umsatz nicht mehr das, was er einmal war. „Auf anderen Märkten mache ich den doppelten Umsatz“, sagt Kartoffelverkäufer Lothar Klimke. Und auch am Fischstand stapelt sich der Fisch, der einfach nicht gekauft wird. „Seit die Supermärkte im Umkreis auch frischen Fisch anbieten, haben wir noch weniger Kunden“, sagte eine Verkäuferin. „Bei den Preisen können wir einfach nicht mithalten. Es wird immer schlimmer. Als Geschäftsführerin ist es auf dem Markt eine Katastrophe geworden.“ 

Die Floristin Kerstin Seibert verteilt Geschenktüten an ihre Kollegen auf dem Wochenmarkt und wünscht frohe Weihnachten.

Kerstin Seibert brachte ihre Kollegen auf andere Gedanken. Die Floristin flitzte von Stand zu Stand und verteilte Geschenke an ihre Kollegen. Sie vermittelt damit ganz klar die Botschaft: Wir halten zusammen. Gut läuft das Weihnachtsgeschäft hingegen an den Fleisch- und Wurstständen. Dort stehen die Kunden Schlange. 

Am Geflügelstand von Axel Kunzmann werden die Gänse, Enten, Suppenhühner und Kaninchen – aus zum größten Teil eigener Haltung – gekauft wie warme Semmeln. „Das Geschäft läuft gut“, sagt Kunzmann. Es sei früher mehr gewesen, aber er ist zufrieden. Das ist auch Metzger Reiner Wiebel. „Meine Familie ist seit 1949 auf dem Wochenmarkt“, sagt er. Und auch heute kommen die treuen Stammkunden zu ihm und holen Wiener Würstchen, schlesische Bratwürstchen oder frisches Fleisch. 

So auch beim Wurststand von Karsten Radtke: Frischer Aufschnitt, Käse und viele Würstchen gehen dort über die Theke. Die weihnachtliche Stimmung verbreitet er zudem mit seinem geschmückten Stand und einer roten Zipfelmütze. 

Schlechtere Umsätze 

Am Obst- und Gemüsestand von Münür Yildiz kaufen die Kunden vor Weihnachten die Klassiker vermehrt ein. „Rotkohl, Boskop-Äpfel, aber auch Salate und Kräuter werden viel gekauft“, sagt Yildiz. „Und vor allem Apfelsinen.“ 

Aber auch er verzeichnet schlechtere Umsätze. Samstags und mittwochs steht er immer in Lüdenscheid und unter der Woche auf verschiedenen anderen Märkten. Nirgendwo komme so wenig Ertrag heraus, wie in Halver. Dabei sind die übrigen Stände von ihm fast abhängig. Gemüse und Obst, aber auch Fleisch, seien die Lebensmittel, für die die meisten Kunden noch auf den Markt kommen würden.

„Sollten diese einmal wegfallen, müssten viele Stände auch aufhören“, sagt Lothar Klimke. Dabei werden auf dem Markt Frische und Qualität garantiert, und jeder kennt jeden. Weihnachten zeigt sich dort vor allem in der Gemeinschaft.

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