Urlaub in Corona-Zeiten

Nach Corona-Pause: Viel los auf dem Campingplatz

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Jürgen und Brunhilde Hasberg sind immer wieder gerne zu Gast auf dem Campingplatz. Die Tochter der beiden Kölner wohnt mit ihrer Familie in Halver – und ist mittlerweile selbst Dauercamperin in Glörfeld.

Halver - Peter Erlenhöfer ist ein gefragter Mann dieser Tage – Whatsapp, SMS, Nachrichten über Ebay-Kleinanzeigen oder Anrufe. Erlenhöfer ist 1. Vorsitzender des Vereins Familien-Campingclub Glörfeld. Und der Platz im Grünen ist zurzeit sehr begehrt.

Urlaub in Deutschland mit dem eigenen Wohnmobil oder Anhänger, das scheint vielen Deutschen eine gute Alternative zu Auslandsreisen in Zeiten der Corona-Pandemie zu sein. Während der Kontaktbeschränkungen durften nur angemeldete Dauercamper auf den Platz. Gäste waren nicht erlaubt. 

„Es war zum Teil schwierig, einigen Dauercampern klar zu machen, dass sie keine Besucher empfangen dürfen“, sagt Erlenhöfer. Das Ordnungsamt hatte ein Auge darauf, dass alle Regeln eingehalten wurden. Abstand war geboten, alle Camper blieben auf ihren Parzellen unter sich, und selbst die Reinigung des Wasch- und Duschhauses durfte nur von Menschen aus einem Haushalt durchgeführt werden. Aber dafür hatten die Camper ein Domizil für Auszeiten. „Vor allem in diesen schwierigen Zeiten war der Platz ein Traum. Hier konnten wir gerade am Wochenende Ruhe und Erholung finden“, sagt Erlenhöfer. 

Dauercamper finden Ruhe und Erholung

Das sahen viele Dauercamper ähnlich. Sie stammen aus dem Ruhrgebiet, aber auch aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und sogar aus dem Ahrtal. Dank der Lockerungen sind Besucher wieder erlaubt – und auch Gäste dürfen den Platz wieder betreten. Sprich: Die Dauercamper können wieder Besucher empfangen, aber auch die vier Plätze für Gäste, die nicht Mitglieder im Verein sind, werden wieder vergeben. 

Mitten im Grünen liegt der Platz des Campingclubs Glörfeld – viele der Dauercamper nutzten auch die Corona-Zeit, um sich dort zu entspannen.

Dort können Camper von außerhalb mit ihrem Wohnmobil, Zelt oder umgebauten Van eine schöne Zeit in Glörfeld verbringen. Anfang Mai hatte Peter Erlenhöfer im Internet bekannt gemacht, dass noch Plätze für Dauercamper frei sind – und Gast-Camper unter entsprechenden Auflagen wieder willkommen sind. „Wir haben dazu unter anderem alle Gäste der vergangenen zwei Jahre angeschrieben.“ Seitdem klingelt Erlenhöfers Telefon fast ununterbrochen. 

Trend zum Campen

Unter den ersten Gästecampern waren Brunhilde und Jürgen Hasberg, die es immer wieder aus Köln nach Glörfeld zieht. „Unsere Tochter wohnt in Halver“, erklärt Brunhilde Hasberg den Bezug zur Region. „Wir haben diesen Platz damals entdeckt – und mittlerweile hat unsere Tochter mit ihrer Familie hier einen Dauerplatz“, sagt Jürgen Hasberg – und seine Frau ergänzt: „Es ist einfach immer wieder schön, hier zu sein.“ Dabei bringen die Hasbergs auch ein bisschen Kölner Kultur mit nach Glörfeld. Vergangenes Jahr etwa spendierten sie zum Oktoberfest des Vereins ein Fässchen Kölsch. „Den Trend zum Campen haben wir schon im vergangenen Jahr registriert, aber jetzt wurde es echt viel“, sagt Erlenhöfer. 

Vereinsvorsitzender Peter Erlenhöfer ist derzeit ein viel beschäftigter Mann. Sowohl Anfragen für Dauercamping-Plätze, als auch von Gästen gehen seit den Lockerungen bei ihm ein.

Mehr als 20 Besichtigungen hat der Vorsitzende des Vereins in den vergangenen Wochen mit potenziellen Kandidaten durchgeführt, acht neue Mitgliedsparteien konnte er so für den Verein gewinnen. Familien und Paare, die bald ihre Vorzelte samt Wohnmobil in Glörfeld aufschlagen werden.

Neue Mitglieder in Glörfeld

Noch bevor die neuen Mitglieder ihren Platz beziehen, markiert Erlenhöfer die entsprechenden Parzellen mit einem Schild, das die neuen Dauercamper willkommen heißt. „So wissen auch die anderen Camper, dass der Platz wieder vergeben ist“, sagt Erlenhöfer. „Es gab einige Kündigungen zuletzt – aus Altersgründen, aber auch berufsbedingt.“ Dadurch können derzeit noch fünf Plätze für Dauercamper vergeben werden. Damit die sich vor Ort wohlfühlen, hat der Verein bereits einige Anstrengungen unternommen – und noch ein Projekt vor der Brust. Neben dem Kinder-Spielplatz soll eine große Vereinshütte gebaut werden.

„Alle Anträge sind durch, wir können ganz bald los legen“, sagt Peter Erlenhöfer. In dem neuen Häuschen sollen künftig nicht nur die Versammlungen des Vereins stattfinden. Auch die Kinder der Dauer-Camper sollen sich dort aufhalten können bei schlechtem Wetter. „Da kann dann zum Beispiel unter Aufsicht gebastelt werden oder man holt Brettspiele raus.“ 

In Spiele und Geräte investiert

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verein in Spiele und Geräte investiert. Ein übergroßes Jenga-Spiel sowie ein Vier-Gewinnt, Dame und überdimensionale Schachfiguren hat der Verein angeschafft. Im kommenden Jahr soll zudem ein kleiner Platz extra für Boule-Spiele auf dem Gelände hergerichtet werden. „Das haben wir aber aufgeschoben, weil dieses Jahr einfach zu viel los war und ist“, berichtet Erlenhöfer. Dabei sind durch Corona viele der Aktivitäten der Vereinsmitglieder ausgefallen. Weder das gemeinsame Angrillen, das Osterfeuer oder der Wandertag mit Bollerwagen konnten durchgeführt werden. „Ich hoffe noch auf das Abgrillen Ende Oktober“, schaut Peter Erlenhöfer optimistisch in die Zukunft.

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