Viel Wirbel um ein totes Wildschwein

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Dieses tote Wildschwein sorgte für Ärger. ▪

HALVER ▪ Fast eine Woche lag das verendete Wildschwein auf einem kleinen Waldweg oberhalb der Wanderhütte am Winkhof. Spaziergänger hatten das Tier gefunden und der Polizei und dem Ordnungsamt gemeldet. Bis Mittwoch lag es noch dort, zum Unmut der Anwohner.

Mittlerweile war die Sau von anderen Tieren angefressen worden. Wie sich jedoch im Laufe von AA-Recherchen herausstellte, hat der Jagdausübungsberechtigte das Tier offenbar nicht finden können. Eine ganze Kette ungünstiger Ereignisse hat dazu geführt, dass die tote Sau so lange dort lag.

„Ich habe versucht, den zuständigen Jäger herauszufinden und war bei der Polizei und beim Ordnungsamt – heute gucke ich und der Kadaver liegt immer noch dort“, erzählte am Mittwochmorgen Anwohner Ernst Färber, der das Tier gefunden hatte. „Das geht doch nicht, wer weiß, woran das Tier gestorben ist, und wer weiß, ob hier nicht auch mal Kinder spielen“, so Färber weiter. Er habe auch eine detaillierte Beschreibung des Standortes abgegeben.

Da die Sau auf dem Gebiet der Stadt Halver lag, war der zuständige Jäger schnell gefunden. „Am Freitag wurde ich vom Ordnungsamt über den Fund in Kenntnis gesetzt, daraufhin bin ich sofort los, um das Tier zu suchen“, erklärt Christian Lindenau. Ihm sei jedoch mittgeteilt worden, dass das Tier unterhalb von Winkhof in Richtung Siepen liegen würde. „Ich habe das Tier nicht gefunden. Am Samstag und Sonntag bin ich dann noch einmal mit meinen Hunden raus gefahren, wieder ohne Erfolg. Am Montag habe ich mich dann noch einmal mit dem Ordnungsamt in Verbindung gesetzt“, so Lindenau. Dort habe man ihm allerdings nicht weiterhelfen können.

„Wir wussten nicht mehr, wer das Tier gemeldet hatte, sodass wir nicht nachfragen konnten“, erklärte Lutz Eicker vom Ordnungsamt. „Wie soll ich ein Schwein in einem so großen Gebiet finden, wenn ich mehr als einen Kilometer weit entfernt suchen sollte“, gibt Lindenau zu bedenken. Er sei nach der erfolglosen Suche davon ausgegangen, dass die Sau sich gedrückt, also tot gestellt habe und anschließend doch noch weiter gelaufen sei.

Erst im Zuge der AA-Recherche habe er die genauen Koordinaten erhalten. Unverzüglich habe er den Kadaver abgeholt und nach Kierspe ins Kühlhaus gebracht. „Das Tier muss unbedingt untersucht werden, da die Todesursache nicht bekannt ist“, erklärt Lindenau.

Genau deswegen seien Halvers Jäger so bedacht darauf, verendete Tiere unverzüglich zu finden und zur Untersuchung zu bringen. Wenn laut Lutz Eicker auch keine unmittelbare Gefahr von dem Kadaver ausgeht, warnt Hegering-Vorsitzender Bernd Volkenrath: „Halver gehört zum Schweinepest gefährdeten Bezirk. Dass ein Schwein so lange irgendwo liegt, ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders.“ Dem zusändigen Jäger könne jedoch kein Vorwurf gemacht werden. Dennoch: Nach der Schweinepestverordnung und dem Seuchengesetz muss bei Schwarzwild gehandelt werden. „Auch wenn in Halver keine Schweinepestvorfälle auftraten, ist äußerste Vorsicht geboten. Wer ein Tier findet, sollte unbedingt die Polizei informieren“, appelliert Manfred Seibel von der Unteren Jagdbehörde des Märkischen Kreises an Spaziergänger.

Letztendlich sei der Fall eine Ausnahme gewesen, betonen Untere Jagdbehörde und Hegering.

Gestorben sei die Bache vermutlich bei der Geburt. Christian Lindenau: „Sie hatte einen dicken Bauch und das Euter war voll mit Milch.“ Genaueres wird jedoch erst eine Untersuchung durch das Veterinäramt ergeben. ▪ Lydia Machelett

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