Verwirrung um Menge der gefundenen Chemikalien

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Das Entsorgungsunternehmen Lobbe transportiert die Chemikalien, die in einem Haus der Heerstraße gefunden wurden, seit Mittwochmorgen in diesen speziellen Behältern ab, die sich vor dem Anwesen in Oberbrügge gestern Morgen noch türmten. ▪

OBERBRÜGGE ▪ Neue Entwicklung im Fall des Hauses an der Heerstraße, in dem Chemikalien gefunden worden waren: Die ursprünglich genannten Mengen an chemischen Stoffen scheint wesentlich geringer gewesen zu sein als von offizieller Stelle angegeben. Zudem geht die Polizei einem Hinweis nach, wonach auch Waffen in dem Haus gelagert sein sollen.

Mitarbeiter des Unternehmes Lobbe hatten am Mittwochmorgen damit begonnen, die mit Chemikalien gefüllten Behältnisse aus den Kellerräumen des Anwesens zu räumen. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte ein Mitarbeiter, dass der Fund nicht so groß sei, wie Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski und eine Pressemitteilung der Polizeibehörde am Freitag hatten verlauten lassen. Einerseits habe das Haus an der Heerstraße nur fünf statt der ursprünglich genannten sieben Kellerräume, andererseits seien lediglich in zwei statt fünf Räumen Chemikalien gefunden worden. Ebenfalls entgegen erster Angaben seien nahezu sämtliche Behälter ordnungsgemäß gekennzeichnet gewesen und keine mit chemischen Stoffen gefüllte Fässer in dem Anwesen gefunden worden.

Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski verärgert

Aussagen, die bei Stefan Czarkowski auf Unverständnis stießen. „Diese Angaben wundern mich nicht nur, sie ärgern mich auch“, sagte der Stadtbrandinspektor gestern. „Die von uns gemachten Angaben entsprechen dem Fund, den wir bei unserer einsatztaktischen Maßnahme am Freitag angegeben und auch an die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg übermittelt haben“, so Czarkowski weiter.

Ordnungsamtsleiter Lutz Eicker konnte nach eigener Aussage zu der Menge der tatsächlich gefundenen Chemikalien keine Angaben machen, verteidigte den Großeinsatz am Freitag jedoch. „Warum die Angaben so weit auseinander gehen, weiß ich auch nicht. Fest steht aber: Wenn ich gerade bei Chemikalien nicht weiß, was auf mich zukommt, muss ich zunächst einmal vom Schlimmsten ausgehen. Der Einsatz war auch in dieser Größenordnung gerechtfertigt, um die Feuerwehrleute und natürlich die Anwohner zu schützen“, erklärte Eicker.

Neuer Hausbesitzer trägt Teil der Kosten

Weil es sich damit um einen Einsatz zur allgemeinen Gefahrenabwehr gehandelt habe, werde der Einsatz der Rettungskräfte wahrscheinlich mit öffentlichen Mitteln finanziert. Anders sieht es mit den Kosten für die Entsorgung der Chemikalien aus. „Die muss der neue Hauseigentümer aus eigener Tasche zahlen, weil er nach Gesetzeslage als Zustandsstörer gilt“, sagte Eicker. Eine Anzeige gegen den Vorbesitzer des Hauses an der Heerstraße habe das Ordnungsamt der Stadt Halver noch nicht erstattet.

Dafür hat die Kreispolizeibehörde derweil ein Strafermittlungsverfahren gegen den vormaligen Eigentümer eingeleitet. Wie Pressesprecher Norbert Pusch gestern auf AA-Anfrage mitteilte, geht die Behörde einem Hinweis des neuen Hausbesitzers nach, der Waffen in dem Gebäude gefunden haben will.

Dabei soll es sich um eine Armbrust, eine Pistole und ein Maschinengewehr handeln. Diese sollen nach Angaben des neuen Eigentümers nicht „scharf“, also nicht geladen gewesen sein, erklärte Pusch. Nach Angaben des Pressesprechers waren die Waffen gestern allerdings noch nicht gefunden worden. ▪ Sven Prillwitz

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