Verwaltung verbietet ein Drittel aller Osterfeuer

Viel zu nah am Waldrand: Dieser Osterfeuer-Standort nahe Winkhof ist einer von vielen, die von der Stadtverwaltung am Donnerstag nochmals kontrolliert wurden – und auch hier ist das Entzünden untersagt. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Vielerorts fallen die Osterfeuer in diesem Jahr ins Wasser – allerdings nur sinnbildlich. Denn es ist gerade der Mangel am kühlen Nass, der Veranstalter, Ordnungsbehörde und Feuerwehr Sorgen bereitet. Es besteht erhöhte Waldbrandgefahr. Und so musste die Stadtverwaltung bis in den frühen Donnerstagabend hinein etwa ein Drittel der circa 120 angemeldeten Feuer im Stadtgebiet verbieten.

Dass Lutz Eicker, Johann Klaßmann und Larissa Arnold kurz vor den Feiertagen viele Veranstaltungsorte nochmals ins Visier nehmen, ist zwar nicht ungewöhnlich. Dass der Landesbetrieb Wald und Holz NRW kurz zuvor die Waldbrandwarnstufe 4 ausruft, allerdings schon. „Wir wurden nochmals intensiv darauf hingewiesen, dass kein Osterfeuer brennen darf, das sich weniger als 100 Meter von einem Wald entfernt befindet“, sagt Lutz Eicker vom zuständigen Fachbereich „Zentrale Dienste und Finanzen“. „Nicht die unmittelbare Hitze des Feuers ist dabei die große Gefahr, sondern der Funkenflug“, so Eicker. Anhand der vorliegenden Anmeldungen hat er mit seinen Kollegen daher noch einmal die als besonders kritisch eingestuften Veranstaltungsorte abgefahren – und sich in einem Fall sogar „sehr erschrocken“, wie Eicker selbst sagt. „Da lag das Brennholz mitten im Wald.“

Da die Ordnungsbehörde bis Donnerstagabend jedoch nicht alle Osterfeuer-Standorte kontrollieren konnte, sind nun auch die Veranstalter selbst gefragt: Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr dürfen Feuer, die den Mindestabstand von 100 Metern vom Waldrand nicht einhalten, nicht gezündet werden – und zwar unabhängig davon, ob von Seiten der Stadt eine Genehmigung erteilt wurde oder nicht. „Jeder möge den Abstand bitte genau überprüfen und nach Möglichkeit auf das Abbrennen des Osterfeuers verzichten“, heißt es von Seiten der Verwaltung.

Wenige Stunden zuvor hatte das Regionalforstamt Märkisches Sauerland des Landesbetrieb Wald und Holz NRW die Waldbrandwarnstufe 4 ausgerufen. Paragraf 47, Absatz 1, des Landesforstgesetzes regelt für diesen Fall, dass Feuerstellen im Wald oder innerhalb der Gefahrenzone nahe des Waldrands nicht genehmigt werden.

Weitere Informationen zur aktuellen Walbrandgefährdung können Veranstalter und alle weiteren Interessierten auch im Internet auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes (http://www.dwd.de/waldbrandgefahr) nachlesen. ▪ Frank Zacharias

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