Tödliches Unglück in Dolomiten

Verunglückter Halveraner war "erfahrener Bergsteiger"

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Nordwand des Langkofel in Südtirol: Am Montag verunglückte dort ein Halveraner mit zwei weiteren Bergsteigern. Allesamt waren nach Angaben der Bergwacht gut ausgerüstet.

HALVER/GRÖDEN - Der 51-jährige Halveraner, der am Montag beim Aufstieg zum Langkofel in den Dolomiten tödlich verunglückte, war ein äußerst erfahrener Bergsteiger. Das berichtete jetzt ein langjähriger Kletterpartner im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Er war ein erfahrener Bergsteiger, einer, der bestens ausgebildet war“, sagt Volker Heyn aus Altena, selbst aktiver Kletterer und Mitglied in der Lüdenscheider Sektion des Deutschen Alpenvereins. Er unternahm bereits 2006 erste Touren mit dem Halveraner in den Bergen.

Anschließend habe sich der nun Verunglückte gezielt zum „Fachübungsleiter Alpinklettern“ ausbilden lassen. „Das ist in dieser Region schon etwas Besonderes. Von diesen Übungsleitern gibt es hier nicht viele“, sagt Heyn, der die von der Bergwacht kommunizierte Absturzursache – ebenso wie viele Mitstreiter – kritisch hinterfragt.

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Nach einem Bericht der Rheinischen Post hatten die drei verunglückten Bergsteiger, von denen einer aus Mönchengladbach kam – ihr Auto am Sellajoch geparkt, einem Pass an der Grenze zwischen Südtirol und Trentino. Von dort seien sie zu einer mittelschweren acht- bis zehnstündigen Tour aufgebrochen. Nach rund einem Drittel in der Wand kamen die drei an eine Querung, durch die ein Wasserlauf rinnt. Dort hätten sie sich dazu entschieden, am kurzen Seil zu gehen. Offenbar weil die Stelle dort nicht so steil ist, verzichteten sie auf eine Sicherung an der Wand, wie ein Sprecher der Bergwacht sagte. Alle drei Bergsteiger seien gut ausgerüstet gewesen und hätten Tourenbücher bei sich geführt.

Die Schwierigkeitsstufe von vier bis fünf, die für die Pichl-Route an der Nordwand des Langkofel gilt, stelle für einen Kletterer mit solch einer Erfahrung kein besonderes Risiko dar, erklärt Volker Heyn. Beim alpinen Felsklettern dieser Art reichten die Schwierigkeitsstufen bis sieben oder acht. Und so steht für den Altenaer Bergsteiger fest, dass gleich mehrere Faktoren zu dem Unglück geführt haben müssen.

Der 51-jährige Halveraner hinterlässt eine Frau und eine erwachsene Tochter. - Frank Zacharias

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