Zukunft gesichert

Verstärkung für Zahnarztpraxis - Tochter steigt ein

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Dr. Annika Moser verstärkt seit Anfang des Monats das Team ihres Vaters Dr. Wolfgang Moser an der Jugendheimstraße in Halver. Perspektivisch soll die heute 32-Jährige in einigen Jahren die Praxis gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Dr. Steffen Schlüter übernehmen.

Es gibt Neuigkeiten aus eine Zahnarztpraxis in Halver. Neue Gesichter gehören zum Team und auch die Zukunft der Praxis ist gesichert.

Halver – Dr. Wolfgang Moser wirkt zufrieden, ja, in sich ruhend, wie er nach Ende des Behandlungstages in seiner Praxis an der Jugendheimstraße sitzt. Das Team des Halveraner Zahnarztes, der seit 1983 vor Ort praktiziert, hat seit Anfang des Monats Verstärkung bekommen. Und zwar nicht irgendeinen Zuwachs. Dr. Annika Moser, älteste Tochter des Inhabers, soll perspektivisch die Praxis zusammen mit ihrem Lebensgefährten Dr. Steffen Schlüter übernehmen.

Dr. Annika Moser ist in Halver aufgewachsen, legt ihre Abiturprüfung am Anne-Frank-Gymnasium ab. Der Weg in die Zahnmedizin ist – trotz der väterlichen „Vorbelastung“ – zunächst nicht vorgezeichnet. Für die Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre schreibt sich Annika Moser an der ISM Dortmund ein. „Zähne und Blut waren eigentlich nichts für mich“, blickt sie zurück. Ein kleiner Stich ins Herz des Vaters? – „Nein, überhaupt nicht. Ich wusste ja, in welche Richtung ihr Interesse ging“, hat Dr. Wolfgang Moser seinerzeit die jetzt gefundene Lösung auch nicht ansatzweise im Hinterkopf.

Nicht sofort für Zahnmedizin entschieden

Doch manchmal kommt es anders. Annika Moser beendet das BWL-Studium zwar mit dem Bachelor of Arts-Abschluss. „Aber das war es nicht. Der Kontakt zu den Menschen hat gefehlt. Abends die Excel-Tabelle zu schließen, war nicht das Glücksgefühl, das man hat, wenn man helfen konnte“, berichtet Moser von ihrer Umorientierungsphase. Einer einjährigen Auszeit folgt das probeweise Studium der Zahnmedizin, daraus wird von 2012 bis 2017 ein vollständiges Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster mit anschließender Promotion. „Das Bauchgefühl hat gesagt: Das ist meins“, so Dr. Annika Moser.

Studium beendet, ab in die väterliche Praxis? – „Auf keinen Fall“, sagen Dr. Annika Moser und Dr. Wolfgang Moser quasi wie aus einem Mund. Wichtig sei der Blick über den Tellerrand. Auf andere Konzepte, unterschiedliche Organisationsformen. „Jetzt kann meine Tochter ganz anders bewerten, was wir hier machen“, ist das für Dr. Wolfgang Moser der richtige Weg. Erst nach drei Jahren als angestellte Zahnärztin in Münster reift im Hause Moser der Gedanke an einen Einstieg der Tochter in Halver. „Mein Wunsch war eine langfristige Fortführung der Praxis“, sagt Dr. Wolfgang Moser, „ohne Abgabe an einen Finanzinvestor, wodurch im Praxisalltag häufig finanzielle Interessen medizinische Entscheidungen überlagern. Dass die Praxis jetzt in Familienhand bleibt, ist ein Glücksfall.“

Dreier-Team ab Sommer 2022

Indes: So schnell wird der heute 66-jährige „Senior“ nicht von Bord gehen. „Ich weiß überhaupt nicht, wie man das Wort ,Rente’ buchstabiert“, schmunzelt Dr. Wolfgang Moser. Geplant ist, dass Dr. Steffen Schlüter, der aus Bremen stammt und momentan noch in einer Praxis im Münsterland gebunden ist, im Sommer 2022 in Halver einsteigt. In einem Dreier-Team soll dann an der Jugendheimstraße 2a für mehrere Jahre gearbeitet werden – im Sinne eines langsamen, bedachten Überganges. „Ein harter Cut wäre mir übel aufgestoßen“, sagt Dr. Wolfgang Moser, „eine Arztpraxis ist nicht wie eine beliebige GmbH, in der schon mal die Geschäftsführer wechseln.“

Diese Strategie ist auch dem hohen Spezialisierungsgrad der Praxis geschuldet, in der häufig komplexe Operationen durchgeführt werden und die viele Patienten jenseits der lokalen Grenzen in ihrer Kartei hat. Dr. Wolfgang Moser: „Dieses Wissen Schritt für Schritt weiterzugeben, im Team zu arbeiten und das bestehende Niveau zu halten – darauf freue ich mich.“

Wir wollen ganz viel bewahren. Der Kern bleibt.

Dr. Annika Moser, Zahnärztin

Dr. Annika Moser („Wir haben ein außergewöhnlich gutes Vater-Tochter-Verhältnis, können über alle Sachen ganz offen sprechen – auch im Beruf“) weiß um die Herausforderungen, die auf sie und ihren Lebensgefährten warten. Und sie ist bereit, sie anzunehmen. „Mein Vater hat den Boden bereitet mit einer Praxis, in der Patienten stets nach den neuesten Leitlinien der wissenschaftlichen Zahnheilkunde behandelt werden können. Das erfordert Strukturen, wie man sie hier vorfindet. Wir wollen ganz viel bewahren. Der Kern bleibt.“

Aber es soll auch Änderungen, Optimierungen und neue Ideen geben. Die Praxis wird auf künftig vier Behandlungszimmer ausgebaut – das ist nötig, wenn mehrere Ärzte gleichzeitig behandeln. Und auch das „Team hinter dem Ärzteteam“ wächst. Ab Herbst werden zwei zusätzliche zahnmedizinische Fachangestellte ausgebildet.

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