Kein Durchkommen für Feuerwehrfahrzeuge

+
Wo ein Pkw bequem durchpasst, haben Feuerwehrfahrzeuge ihre Not. ▪

HALVER ▪ Szenario: Am Hechtweg in Halver bricht in einem Wohnhaus ein Feuer aus. Menschen befinden sich in den Räumen, müssen schnell gerettet werden. Innerhalb weniger Minuten haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Hechtweg erreicht. Einige Meter vom brennenden Gebäude entfernt muss das Löschfahrzeug plötzlich halten. Ein Weiterkommen scheint unmöglich. Grund: Parkende Autos am Straßenrand.

Wenn ein Feuer ausbricht oder ein Mensch medizinische Hilfe braucht, muss es schnell gehen. In kürzester Zeit sollten die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungswagens am Ort des Geschehens sein. In manchen Straßen in Halver ist das jedoch nicht so einfach. „Die Wagen parken ganz wild, mal rechts und mal links“, erklärt Stadbrandinspektor Stefan Czarkowski. Insbesondere abends und am Wochenende sei es schlimm: „Manchmal kommt noch nicht einmal der RTW durch. Das ist für jeden, der auf den Rettungswagen wartet, katastrophal.“

In Halver gebe es einige Stellen, an denen die Feuerwehrleute auf dem Weg zu Einsatzorten immer wieder von abgestellten Fahrzeugen aufgehalten würden, so zum Beispiel am Schleien-, Karpfen- und Hechtweg.

Auch an der Lohstraße sei sei die Lage „brenzlich“, da dort schräg am Rand stehende Bäume zusätzlich störten. „Man versucht ja immer, das parkende Auto zu verschonen. Aber dann kommen wir mit den Bäumen in Berührung“, sagt Czarkowski. Dabei würden nicht selten die Außenspiegel, die sogenannten „Ochsenaugen“ kaputt gehen. Zudem würden auch immer wieder Außenspiegel der parkenden Autos abgefahren. Je nach Gefahrenlage würden Fahrzeuge auch mit sechs bis acht Mann an die Seite gerückt werden. Es könne aber auch vorkommen, dass sich das Feuerwehrfahrzeug seinen Weg bahnt, ohne auf die dadurch an den abgestellten Wagen entstehenden Schäden zu achten. „Das ist aber ultima Ratio. Das machen wir nur, wenn Menschenleben akut in Gefahr sind“, erklärt der Stadbrandinspektor. Er appelliert an die Anwohner, nicht im Wechsel auf der linken und rechten Straßenseite zu parken, sondern nur an einer, so dass Feuerwehr- und Rettungswagen immer noch genügend Platz hätten.

Auch Raimund Baytz, Leiter des Betriebshofs, kennt die Problematik mit zu engen Fahrbahnen aufgrund parkender Autos. Wenn es Winter wird und die Straßen von Eis und Schnee befreit werden müssen, rücken er und seine Männer mit Räumfahrzeugen aus. „Das Problem ist, dass die Leute mit ihren Autos immer weiter auf die Straße rücken, so dass wir nicht mehr durchkommen“, sagt Baytz. Schwerpunkte seien unter anderem die Ring- und die Weststraße. „Wir haben ja nicht die Zeit, erst bei den Menschen zu klingeln, damit sie ihre Autos wegfahren“, so Baytz. Deshalb sei es sinnvoll zu versuchen, so viel Platz wie möglich für das etwa 2,80 Meter breite Räumfahrzeug des Winterdienstes zu lassen.

Diese Breite entspricht ungefähr auch der des Seitenladers, der in Halvers Straßen bei der Müllabfuhr eingesetzt wird. Anfangs sei es mit dem Fahrzeug oft zu Problemen gekommen, da die Anwohner durch ihr Parkverhalten kaum Platz zum Rangieren des Entsorgungsfahrzeug gelassen hätten, berichtet Kai Hellmann vom Fachbereich zentrale Dienste und Finanzen. Besonders eng sei es zum Beispiel am Primelweg in Oberbrügge gewesen. Inzwischen habe sich die Lage aber beruhigt. „Wir haben das Gespräch mit den Anwohnern gesucht“, so Hellmann. Man habe andere Aufstellplätze für die Tonnen aufgezeigt und die Bewohner für ein anderes Parken sensibilisiert.

Nun hätten die Mitarbeiter der Müllabfuhr „nur“ noch mit ab und zu zugeparkten Tonnen und gefrorenem Müll zu kämpfen. Von Jana Peuckert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare