„Eine Gemeinde lebt davon, dass alle mitmachen“

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Der Dank der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge galt auch den 26 Spendensammlern, die vor einem Jahr in den Familien für ein freiwilliges Kirchgeld warben. ▪

OBERBRÜGGE ▪ Fast genau ein Jahr ist vergangen. Die Ernte ist eingefahren, doch schon heute wird damit begonnen, die Saat neu zu legen. In der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge wurden am Sonntagvormittag im Gottesdienst 26 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geehrt, die im November vorigen Jahres in die Häuser gegangen sind, um allen Gemeindegliedern einen Brief zu überreichen und um ein freiwilliges Kirchgeld zu bitten.

„Das war keine leichte Aufgabe“, so Pastor Werner Kenkel, „aber sie hat sich gelohnt. Viele wurden durch den Brief wachgerüttelt und haben sich in einem zuvor nicht erhofften Maße bereit erklärt, zur Verbesserung der gemeindlichen Finanzen beizutragen.“ Nun werden die Aktiven erneut unterwegs sein, um mit der Weitergabe von insgesamt 810 Briefen Dankeschön zu sagen und zum erneuten Mitmachen einzuladen. Denn immerhin geht es um die Sicherung der Zukunft der Gemeinde, der sich aktuell rund 1150 Menschen verbunden fühlen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge, so wurde in der anschließenden Gemeindeversammlung informiert, ist die kleinste im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg und passt damit nicht mehr in die Struktur der Evangelischen Landeskirche. Ein Kooperationsanliegen, das bei den Nachbargemeinden Halver und Brügge vorgetragen wurde, führte nicht zum Erfolg, und den Oberbrüggern wurde klar: „Wir müssen einen eigenen Weg finden. Einen Weg über private Spenden.“ Dabei wissen sie durchaus Superintendent Majoress an ihrer Seite, wie Pastor Kenkel betonte.

Seit rund drei Monaten sind sie im Amt, drei Presbyter, die sich für das Leitungsgremium der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt haben und gewählt wurden. Während der Gemeindeversammlung nahmen Günter Hösch, Antje Neumann und Karin Rosinski die Gelegenheit wahr, über ihre Erfahrungen in dem Gremium zu berichten und damit deutlich zu machen, dass ein Presbyterium alles andere als ein geheimer Zirkel ist, oder wie Günter Hösch betonte: „Gemeinde lebt davon, dass alle mitarbeiten.“

Antje Neumann machte deutlich, dass es gar nicht so einfach sei, die geforderten Entscheidungen zu treffen: „Wir entscheiden für die Gemeinde und das sollten wir möglichst gut machen.“ Planung, Koordination, Gestaltung von Veranstaltungen gehören dazu, und auch der Arbeitsumfang hat sie in Erstaunen versetzt.

„Wie erhalten wir unsere kleine Gemeinde – nicht nur finanziell?“, ist eine Frage, die Karin Rosinski in den vergangenen Monaten beschäftigt hat, und sie setzt dabei auf das Miteinander von Jung und Alt. Wer immer mitarbeiten möchte, sei mit seinen Fähigkeiten und Leistungen willkommen.

Günter Hösch, Vorsitzender des Fördervereins, bekannte, dass er wohl etwas blauäugig ins Presbyterium gegangen sei und die Vielfalt der Aufgaben unterschätzt habe. So wandte er sich an die Vorgänger im Amt und gestand ein: „Ich habe eure Arbeit nicht genügend gewürdigt.“ Doch für die drei Neulinge gilt, weiterhin aktiv zu sein und um Menschen aller Altersgruppen für die Mitarbeit in der Gemeinde zu werben. ▪ Christa Knitter

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