Realschulpflegschaft sieht Sekundarschule weiter kritisch

Prof. Dr. Kurt Heller kommt am 19. September in die Realschule.

Halver - Mit einem neuen Konzept will die Stadtverwaltung die Humboldtschule als Sekundarschule in Stellung bringen - doch offenbar muss sie weiterhin mit scharfem Gegenwind von Seiten der Realschul-Elternschaft rechnen. Dies wird aus einer Stellungnahme deutlich, die der eben erst in seinem Amt bestätigte Schulpflegschaftsvorsitzende Thomas Volborth gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger abgab.

Im Rahmen einer Schulpflegschaftsversammlung habe neben den Wahlen vor allem die Thematik rund um die Errichtung einer Sekundarschule für Zündstoff gesorgt. Nach Volborths Schilderung ist eine „sehr große Mehrheit“ der Elternvertreter der Realschule weiterhin gegen die Sekundarschule. „Die Humboldtschule bleibt ungeachtet des Namens und des Logos eine Sekundarschule und damit eine Form von Gesamtschule. Gesamtschulen haben es trotz gymnasialen Zweiges und des Nachmittagsunterrichts in 40 Jahren nicht geschafft, das Bildungsniveau der Realschulen zu erreichen“, so Thomas Volborth. In Städten, in denen parallel zur Gesamtschule ein Gymnasium besteht, sei das Ausbildungsniveau noch niedriger. „Dort tendieren die Eltern stärker als in anderen Städten zu einer Anmeldung am Gymnasium. Leider ist diese besonders schlechte Konstellation in Halver gegeben“, malt Volborth ein düsteres Bild von der zukünftigen Schullandschaft in der Stadt im Grünen.

Das bedeute, so der Vorsitzende, dass sich für die Masse der Schüler dieser neuen Humboldtschule, die sonst auf eine Realschule gegangen wären, eine Verschlechterung des Bildungsniveaus ergeben werde. „Eine kooperative Schule (Haupt- und Realschule unter einem Dach), die zwar vom damaligen Projektleiter in der Realschule vorgestellt, aber dann nicht umgesetzt wurde, wird nach wie vor von der Schulpflegschaft favorisiert. Damit könnte man zumindest den jetzigen Bildungsstand erreichen.“

Letztlich entscheide die Elternbefragung über die Gründung einer teilintegrierten Sekundarschule. „Falls die hierzu erforderlichen 75 Zustimmungen, wie schon im vergangenen Jahr, nicht zustande kommen, bleibt die Realschule in ihrer bisheriger Form bestehen. Es besteht dann die Möglichkeit für die Konzeption einer kooperativen Schule“, so Volborth, der die Schulpflegschaft in der Pflicht sieht, die Eltern der Schule weiter zu informieren.

Daher wurde - in Abstimmung mit den Schulpflegschaftsvertretern - Prof. Dr. Kurt Heller von der Eliteuniversität München nach Halver eingeladen. Der 83-Jährige wird am Freitag, 19. September, um 19 Uhr in der Aula der Realschule einen öffentlichen Vortrag über die bildungspolitischen Reformen sowie deren Auswirkungen und Ergebnisse unter dem Titel „Bildungspolitische Fehlentwicklungen im Hinblick auf die Qualifikations- und Verteilfunktion der Schule - Mythen und Fakten“ halten. Heller ist unter anderem ehemaliges Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der PISA-Studie bei der OECD, Träger des bayerischen Staatspreises und gilt als Fachmann in der Thematik.

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