Verkehrsführung in Heesfeld sorgt für erhitzte Gemüter

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Es gab viel zu bereden: Die Anwohner Heesfelds diskutierten mit Bernd Eicker und Lutz Eicker über die Verkehrssituation. ▪

HALVER ▪ Auf oder zu? Oder ganz weg? Die Schranke in Heesfeld sorgte am Donnerstagabend für eine hitzige Diskussion. Die drehte sich aber auch um die kleine Stichstraße in der Senke und um das Abbiegen auf die Bundesstraße 229.

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker und Lutz Eicker vom Ordnungsamt hatten die Anwohner zu einer Bürgerversammlung eingeladen, um eine Lösung zu finden. Denn: Seit Jahren gibt es Streit um die Schranke im kleinen Heesfeld. Vor 17 Jahren installierte die Stadt sie, um regen Durchgangsverkehr zu verhindern. Doch stets geschlossen war sie nie – und mittlerweile ist sie defekt. Immer wieder hätten sich Anwohner bei ihm beschwert, sagte Bernd Eicker. Auch wegen der Verkehrssituation an der Bundesstraße. Daher hätten er und Lutz Eicker das Treffen in der Heesfelder Mühle organisiert.

In Sachen Schranke gingen die Meinungen stark auseinander: Die einen wollen sie immer geschlossen haben, um Fremden die Durchfahrt zu verhindern. Denn: Viele nutzen den kleinen Weg als Abkürzung nach Schalksmühle. Die anderen finden es praktisch, sie meist geöffnet zu lassen. Lutz Eicker schlug vor, die Barriere durch eine Poller-Lösung zu ersetzen – doch das stieß auf wenig Zustimmung. Schließlich war es Klaus Brunsmeier vom Verein Heesfelder Mühle, der nach der lebendigen Diskussion die Argumente bündelte und einen „Strauß an Maßnahmen“ vorschlug: „Es wird immer Gewinner und Verlierer geben. Eine Lösung, die jedem passt, gibt es nicht.“ Zum einen müsste die Hecke, die an der Ausfahrt das Sichtfeld nach Ostendorf einschränkt, gekürzt werden. Auch dieses Thema erhitzte nämlich die Gemüter. Ging es der Inhaberin der Hecke vor allem um Lärmschutz wegen der unmittelbaren Nähe zur B229, waren sich die übrigen Heesfelder einig, dass ein sicheres Ausfahren ohne gute Sicht schier unmöglich sei. Letzlich ließ sich die Besitzerin darauf ein, die Hecke in Zukunft zu kürzen. Und der Baubetriebshof soll künftig rechtzeitiger den Bereich schneiden, der die Sicht in Richtung Halver erschwert. Zudem schlug Brunsmeier vor, die Schranke durch eine neue, elektrische zu ersetzen. Das mache es im Alltag realisierbarer, sie größtenteils geschlossen zu halten. Doch: Heesfelds Anwohner müssen selbst für die Finanzierung sorgen – die Stadt hat dafür keine Mittel zur Verfügung.

Viel Platz nahm auch die B229 ein – geht es nach den Heesfeldern, wird dort nämlich viel zu schnell gefahren. Sie forderten Maßnahmen, wie beispielsweise eine Geschwindigkeitsmessanlage. Bürgermeister Bernd Eicker machte klar, dass dort kein Unfallschwerpunkt sei und eine Anlage daher nicht durchsetzbar. „Die meisten, auch ich, halten sich dort eh ans Tempolimit, weil oft genug eine mobile Blitze lauert.“ Für die Anwohner unverständlich, sie zeigten sich verärgert, dass erst etwas passieren müsse, bevor Maßnahmen eingeleitet werden. Aber: Er versicherte, dass Schilder in beide Richtungen an den Tempo-60-Schildern mit der Aufschrift „Gefährliche Ausfahrt“ angebracht werden. Letzlich versprach Lutz Eicker ein Gutachten bei Straßen.NRW in Auftrag zu geben, um Verkehr und tatsächliche Geschwindigkeit zu erfassen. Alle Lösungsvorschläge sollen demnächst in die Tat umgesetzt werden. Und so schien es am Ende tatsächlich so, als ob bald Ruhe in Heesfeld einkehrt. ▪ Lisa Weber

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