Verkehrserziehung für Eltern und Kinder

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Verkehrssicherheitsberater Thoma Große zeigt, wie man eine Straße richtig überquert. ▪

HALVER ▪ Erst sehen, dann gehen. Ein Grundsatz, den kleine Kinder erst einmal lernen müssen. Zu groß ist die Versuchung, einfach schnell zum Kumpel auf die andere Straßenseite zu rennen. Der Versuchung zu widerstehen, lernten jetzt auch die Vorschulkinder des evangelischen Kindergartens „Spatzennest“.

Für die Kindergartenkinder war die Verkehrserziehung mit der Polizei ein spannendes Ereignis. Doch nicht nur die Kinder mussten lernen, auch die Eltern wurden vom Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Thomas Große, belehrt.

„Kinder lernen nur durch Wiederholung“, erklärt Große. Daher sei es enorm wichtig, nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern zu unterrichten. Denn was Erwachsene oft selbstverständlich machen oder auch oft missachten, kann für ein Kind lebensrettend sein. Daher müsse der Straßenverkehr auch aus Kindersicht erlebt werden. „Ein Kind lernt nicht, wenn es an der Straße an der Hand geht, es muss selbst Entscheidungen treffen“, so Große. Sobald das Kind alt genug ist, sollte es unter Aufsicht der Eltern selbstständig die Regeln des Straßenverkehrs lernen.

Die wichtigste Regel: Halten vor dem „Stopp-Stein“. Die Bordsteinkante sei für Kinder eine gut sichtbare Haltelinie, an der sie sich Zeit nehmen sollten, um genau zu gucken, ob rechts und links kein Auto kommt. Für manche ist das eine echte Geduldsprobe – schließlich steht Mama nur wenige Meter weiter.

Während die meisten Kinder völlig unbefangen die Übungen meistern, ist das für andere ein große Aufgabe. „Ich habe schon ein wenig Angst“, erklärt Lilly. Denn sie weiß noch nicht genau, wo der Weg lang führt. Und auch die schnellen Autos bereiten ihr ein wenig Sorge. Doch auch sie nimmt all ihren Mut zusammen und macht sich auf den Weg.

Überall am Gehweg stehen Eltern, die den Weg weisen und Fehler korrigieren. „Es ist ganz wichtig, dass Kinder sofort eine Rückmeldung bekommen. Machen sie einen Fehler und man lässt sie trotzdem laufen, weil gerade kein Auto kommt, ist der Lerneffekt gleich Null“, mahnt Große.

Doch alle Kinder meistern ihre Aufgabe tadellos, schließlich hatten sie sich bereits seit einigen Wochen darauf vorbereitet und geübt. Zur Belohnung bekommen die 26 Vorschulkinder am Dienstag ihren Fußgängerpass verliehen. ▪ Lydia Machelett

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