Junger Mann findet sich nach Beischlaf mit 13-Jähriger vor Gericht wieder

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Gerichtsprozess vor dem Amtsgericht Lüdenscheid gegen einen 20-jährigen Asylbewerber, der in Halver wohnt, wegen Beischlafs mit einem 13 Jahre alten Mädchen. 

Halver - Andere Länder, andere Sitten: „In Afghanistan ist Heiraten sogar mit Zwölfjährigen erlaubt“, berichtete ein heute 20-jähriger Asylbewerber im Amtsgericht Lüdenscheid. In Deutschland ist die Gesetzeslage bekanntlich anders.

Die absolute Schutzgrenze für Kinder liegt bei 14 Jahren. Wer als mindestens 18-Jähriger den „Beischlaf“ mit einem erst 13-jährigen Kind vollzieht, dem droht eine Haftstrafe von mindestens zwei Jahren. Und daher fand sich der junge Mann jetzt vor Gericht wieder.

„Es stimmt, was in der Anklage steht“, legte der in Halver lebende Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab. „Wir haben uns verliebt, und es ist alles so schnell gegangen“, erklärte er und: „Wir haben beide nicht daran gedacht.“ Das allerdings stimmte nicht so ganz. Der 20-Jährige räumte kurz darauf auf Nachfrage des Staatsanwalts ein, dass das Pärchen über ihr Alter und die Gesetzeslage durchaus gesprochen habe. „Wir haben uns gegenseitig geschworen, niemandem etwas zu sagen.“ Er hatte sich der Rechtsordnung der Bundesrepublik in theoretischer Hinsicht also schon vorher genähert. „Wenn das Gesetz mich dafür bestraft, bin ich damit einverstanden“, erklärte er. Sein Geständnis ersparte dem Mädchen eine Aussage vor Gericht. 

Der Grund für den Aufbruch aus der fernen Heimat sei 2015 der Tod seines Vaters durch einen Terrorangriff in Pakistan gewesen, erklärte der junge Mann. Seine Mutter verlor er nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes zwischen der Türkei und Griechenland aus den Augen. 

Staatsanwalt geht von Liebesbeziehung aus 

Etwa 19 Jahre alt war der Angeklagte zum Zeitpunkt der sechs Taten. Das rettete ihn vor der erheblichen Mindeststrafe von zwei Jahren. „Wer es hierher schafft aus einem fremden Land und sich hier Arbeit sucht“, sei möglicherweise einem Erwachsenen gleichzustellen, trug der Staatsanwalt vor. „Man sollte sich damit auseinandersetzen, was man darf und was man nicht darf.“ Dennoch plädierte er für die Anwendung des milderen Jugendstrafrechts. „Man muss davon ausgehen, dass das Ganze in einer Liebesbeziehung passierte.“ Verteidiger Friedhelm Wolf erinnerte sich an früher und mahnte: „Als wir 18 waren, haben wir auch an alles Mögliche gedacht, aber nicht an das, was die Rechtsordnung vorschreibt.“ 

Arrest für Gesetzeslektüre 

Das Jugendschöffengericht schloss sich schließlich den von allen Beteiligten favorisierten Sanktionen gemäß dem Jugendstrafrecht an: Es verordnete dem Angeklagten eine Woche Arrest zum Studium von Gesetzesbüchern und 100 Stunden soziale Arbeit.

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