50 Bürger nahmen an Gedenkstunde zum Volkstrauertag teil

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker und seine Stellvertreterin Regina Reininghaus legten gestern Mittag vor dem Ehrenmal im Hohenzollernpark einen Kranz nieder. ▪

HALVER ▪ Rund 50 Bürgerinnen und Bürger nahmen gestern Mittag an der zentralen Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertags teil. Bürgermeister Dr. Bernd Eicker bezeichnete den Gedenktag als wichtige Chance, sich der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft zu erinnern, Mitgefühl mit Betroffenen zu empfinden und aus der Vergangenheit Lehren für eine friedliche Zukunft zu ziehen.

„Wer vor der Vergangenheit die Augen schließt, wird blind für die Gegenwart“, zitierte Eicker im Foyer der Lindenhofschule den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass auch heutzutage weltweit noch Menschen unter „Krieg, Terror, Folter, Gewalt und Mord“ zu leiden hätten. Aus diesem Grund sei es wichtig, den Volkstrauertag nicht als ein Ritual von gestern oder als ein Alibi abzutun. Stattdessen solle das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt als „Stachel im Fleisch der Vergesslichkeit“ eine mahnende Rolle spielen.

„Krieg trifft die Zivilbevölkerung immer am härtesten“

Regina Reininghaus drückte in ihrer Ansprache ihren Respekt vor den Kindern des Zweiten Weltkriegs aus, die trotz „ihrer seelischen Narben“ den Aufbruch geschafft hätten. Gleichzeitig mahnte die stellvertretende Bürgermeisterin, die Chance zu nutzen, sich die Erlebnisse von direkt vom Krieg Betroffenen erzählen zu lassen. „Nur so können wir, die Generation von heute, vorausschauend nach vorne blicken.“

Reininghaus betonte anschließend, dass es „keine sauberen und gerechten Kriege“ geben könne. „Der Krieg trifft die Zivilbevölkerung immer am härtesten“, sagte das stellvertretende Stadtoberhaupt. Abschließend plädierte Reininghaus, die Grundwerte Toleranz, Freiheit und Solidarität zu achten und zu verteidigen.

Schüler sorgen für Rahmenprogramm

Jonas Steinbach und Anna Julia Diederich sorgten im Foyer der Lindenhofschule am Klavier für das musikalische Rahmenprogramm mit Stücken von Yiruma („The River Flows in You“) und Chopin („Nocturne“).

Bettina Gieß und Julia Schindler lasen gemeinsam Annegret Kronbergs Erzählung „Im Winter kamen die Tränen“ sowie je ein Gedicht von Paul Brambauer und Peter Härtling vor.

Anschließend zog die Versammlung gemeinsam zum Ehrenmal im Hohenzollernpark, wo Bürgermeister Bernd Eicker und seine Stellvertreterin einen Kranz niederlegten und die Teilnehmer der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedachten. Thomas Leitgeb stimmte zum Abschluss auf der Trompete die Nationalhymne an. ▪ Sven Prillwitz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare