Verfahren gegen Halveraner Pfarrer eingestellt

Das Verfahren gegen die Halveraner Pfarrer ist eingestellt worden.

HALVER ▪ Die Strafanzeige einiger Mitglieder der Kantorei gegen Vertreter der evangelischen Gemeindeleitung in Halver – darunter die Pfarrer Christoph Dickel und Hans-Jürgen Patro – hatte im April für Aufsehen gesorgt (wir berichten). Nach Informationen unserer Zeitung hat die Staatsanwaltschaft Hagen das Ermittlungsverfahren, das unter anderem wegen versuchter Nötigung eingeleitet worden war, nun eingestellt.

Auslöser des Konflikts war seinerzeit der Vorwurf, die Gemeindeleitung habe Kantor Andreas Pumpa dazu genötigt, dafür Sorge zu tragen, dass aus seinem Umfeld keine negativen Äußerungen gegen die Kirchenführung laut werden. Diese hinterher als „Maulkorberlass“ kritisierte Aufforderung stieß bei Mitgliedern der Kantorei auf heftige Proteste – die in einer Strafanzeige mündeten. Wie es von Seiten der Kläger damals hieß, sei dieser Schritt erst vollzogen worden, nachdem mehrere Schlichtungsversuche gescheitert waren.

Wie unsere Redaktion nun erfuhr, hat letztlich auch eine Einlassung der Beschuldigten dazu geführt, dass das Verfahren eingestellt wurde. Von Seiten der Gemeindeleitung sei gegenüber der Staatsanwaltschaft betont worden, dass es nie die Absicht gewesen sei, den Kantorei-Mitgliedern bestimmte Verhaltensweisen aufzudrängen oder deren Meinungsfreiheit zu beschneiden. Die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm bestätigte gestern, dass auch ein Einspruch gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens abgewiesen wurde. Nach Informationen unserer Zeitung heißt es in der Begründung, es ließe sich nicht feststellen, dass die Beschuldigten vorsätzlich gehandelt haben.

Pfarrer Christoph Dickel wollte angesichts einer ausstehenden Mitteilung seitens der Staatsanwaltschaft gestern zunächst keine Stellungnahme zur Einstellung des Verfahrens abgeben. Die Anzeigenerstatter Bernd Nockemann, Günter Trabert und Stephanie Kock wiederum erklärten gegenüber dem AA, froh darüber zu sein, dass die Gemeindeleitung gegenüber der Staatsanwaltschaft ausdrücklich betont habe, die freie Meinungsäußerung unterstützen zu wollen. „Aus unserer Sicht hat sich der Streit mit dieser Korrektur erledigt und wir hoffen sehr, dass jetzt wieder Frieden in die Gemeinde einkehren kann.“ ▪ Frank Zacharias

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare